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Ludwigslust : Baugerüst im Inneren der Stadtkirche

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Sanierung des Kirchenraumes beginnt / Ostwand und Deckengewölbe werden erneuert

von
erstellt am 11.Jun.2014 | 07:00 Uhr

Männer tragen schwere Eisenstangen in die Kirche, legen sie quer, senkrecht und diagonal zueinander und verbinden sie mit Bolzen. Am Dienstag begannen die Vorbereitungsarbeiten für die weitere Sanierung der Ludwigsluster Stadtkirche. Das heißt zunächst, dass im Kirchenraum das Baugerüst errichtet wird. Ralf Eggert von der Bunsen & Sörgel Gerüstbau GmbH aus Fahrbinde begann am Vormittag gemeinsam mit seinen Kollegen Thomas Hackbarth und Henning Gnass, die ersten Teile aufzubauen. „Wir werden etwa drei Wochen brauchen, das Gerüst aufzustellen“, sagt Eggert.

Keine einfache Aufgabe, denn immerhin ist die Ostwand 30 Meter lang und 13 Meter hoch. Diese Höhe wird auch das Gerüst erreichen. Es wird aber nicht nur entlang der Ostwand aufgestellt, sondern praktisch den gesamten Kircheninnenraum einnehmen und in besagten 13 Metern Höhe eine Plattform tragen. Darauf wiederum wird eine fahrbare Rollrüstung installiert, weil ja auch das darüberliegende Deckengewölbe saniert werden muss. „Wir müssen die unteren Gerüstteile exakt ausrichten, sonst kommen wir oben an der falschen Stelle an“, erklärt Ralf Eggert.

Bereits 2008 war die Westwand des Innenraumes saniert worden. Jetzt also geht es an die gegenüberliegende Wand. Küster Thomas Konradt: „Wenn das Gerüst steht, kommt zunächst der Maler, der die Wand reinigen wird. Dann beginnt der Stuckateur mit der Restauration der Säulen. Auch Zimmerer und Restaurator können dann mit der Arbeit beginnen.“ Pastor Albrecht Lotz sieht der Sanierung mit Freuden entgegen. „Man fühlt sich schließlich wohl, wenn man als Gast in ein Haus kommt, das einladend wirkt. Und genauso ist es mit der Kirche. Die Besucher der Gottesdienste sollen hier das Gefühl für die Größe und Schönheit Gottes bekommen“, sagt Pastor Lotz. Wobei er betont, dass die Kirche kein Museum ist, sondern in erster Linie ein Ort der Gottesdienste, ein Ort der Stille für das Gebet und auch für Konzerte.

Einen gewissen Konflikt sieht Albrecht Lotz in der Beziehung zum Denkmalschutz. „Aus meiner Sicht wird manchmal zuviel Wert auf den Denkmalschutz gelegt“, kritisiert er. „Es ist unser Anliegen, nicht alles original wieder so herzustellen, wie es im 18. Jahrhundert gebaut wurde. Denn zum Beispiel braucht eine Kirche nunmal Strom.“ Laut Lotz sollen sich einerseits die Gottesdienstbesucher in der Kirche wohlfühlen und andererseits muss die Aussage der Kirche aus dem 18. Jahrhundert erhalten bleiben. „Wir werden also die Wände sicher nicht grün malern, weil die Farbe gerade modern ist. Und auch das große Altarbild wird garantiert nicht entfernt. Unser Ziel ist es, einen Kompromiss mit dem Denkmalschutz zu bekommen.“

Ziel ist es, die Arbeiten in der Vorweihnachtszeit 2014 abzuschließen.

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