Ludwigslust : Bauernverband kritisiert Agrarpaket des Bundes

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Über die Probleme der Landwirtschaft von Agrarpaket bis zum Wolf ging Dr. Till Backhaus als Gast in seinem Vortrag ein.
Über die Probleme der Landwirtschaft von Agrarpaket bis zum Wolf ging Dr. Till Backhaus als Gast in seinem Vortrag ein.

Bauernverband Ludwigslust kritisiert das Agrarpaket des Bundes / Wechsel an der Spitze des Vorstandes

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03. März 2020, 05:00 Uhr

„Wir befinden uns alle in unruhigen Zeiten, und damit meine ich die momentane Agrarpolitik“, sagte Dr. Martin Piehl, Geschäftsführer des Bauernverbands MV, am Montag im Ludwigsluster Kreistagssaal. Dieses Aufschlages hätte es gar nicht bedurft, das Agrarpaket des Bundes stand auch so im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung des Bauernverbandes Ludwigslust.

Politik betreibe Spaltung

Dietrich Groth wurde in seiner letzten Mitgliederversammlung als Vorsitzender noch deutlicher: „Die Politik treibt mit ihren Beschlüssen eine Spaltung der Gesellschaft voran.“ Denn wieder sehe es so aus, als ob die Bauern an allem schuld wären. „Wir sind keine Giftmischer und Tierquäler.“

Fakt ist immerhin: Der Landkreis Ludwigslust-Parchim steht bei Agrarumweltmaßnahmen innerhalb des Landes gut da. „Wir haben hier den höchsten Anteil von Landwirten, die sich für das Thema Umwelt und Nachhaltigkeit und damit für die Artenvielfalt einsetzen“, so Agrarminister Dr. Till Backhaus (SPD).

Die Umsetzung der Düngemittelverordnung, die nun Ländersache ist, stand ebenfalls im Raum. Sie muss in den nächsten Monaten gelingen, so lange hat die Europäische Union (EU) das Strafverfahren gegen Deutschland ausgesetzt. „Wir arbeiten mit Hochdruck an einem System“, so der Agrarminister. Er treffe sich mit Bundesministerin Julia Klöckner, um über mehrere Punkte zu verhandeln. Zum Beispiel über ein digitales Herkunfts- und Identifikationssystem, um weitere Quellen für den Nährstoffeintrag in den Boden zu klären und den Eintrag durch die Landwirtschaft transparent zu gestalten.

Anreize für weniger Nitrat

Dazu müssten die Bauern allerdings bereit sein, ihre Daten offen zu legen. Und dann soll nach Ansicht von Till Backhaus ein System von Anreizen und Honorierung entwickelt werden, um Landwirte in den roten Gebieten mit stark nitratbelastetem Grundwasser zu motivieren, weniger Nährstoffe einzusetzen. Zudem schlägt er eine Beratung für betroffene Landwirte vor. „Die Landwirtschaft ist Teil der Lösung und nicht des Problems“, so der Minister.

Durch die Fülle an neuen Auflagen, wie sie der „Green Deal“ der EU vorsieht, könnten „viele Betriebe sturmreif geschossen werden für landwirtschaftsferne Investoren“, befürchtet Martin Piehl. Agrarminister Backhaus hielt dagegen, dass er eine zweijährige Übergangsphase aushandeln wolle. Und man müsse dafür sorgen, dass die Agrarsubventionen stabil bleiben. Ein Teil dieser Hilfen werde aber an Umweltmaßnahmen gebunden sein – für mehr Akzeptanz in der Gesellschaft.

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