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Ludwigsluster Tageblatt

12. Dezember 2017 | 13:14 Uhr

Bauern: Nur wenig hat sich gebessert

vom

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erstellt am 05.Mai.2010 | 09:43 Uhr

Hagenow | Die Bauern im Landkreis sind unter denkbar ungünstigen Bedingungen in das Frühjahr gestartet: Ein kaltes und trotz des Regens der letzten Tage viel zu trockenes Frühjahr, Preise für Getreide, die derzeit extrem im Keller sind, unanständig geringe Erlöse für Ferkelzüchter, nur geringe Bewegung beim Milchpreis stehen nach wie vor saftig gestiegenen Kosten z. B. für Dünger gegenüber. In der Folge wird sich nach Einschätzung des Kreisbauernverbandes Ludwigslust an der wirtschaftlich prekären Lage sehr vieler landwirtschaftlicher Unternehmen kaum etwas ändern. Kreisgeschäftsführer Harald Elgeti: "Wir hatten schon im vergangenen Jahr Betriebe, die ihre Flächen verkauft und dann zurückgepachtet haben, nur damit sie weitermachen konnten. Das ist eine sehr bedenkliche Entwicklung." Und Elgeti kann seine Einschätzungen mit Zahlen belegen. Beispiel Milchwirtschaft: Da ist der Preis pro Kilo Milch zwar auf im Schnitt 26 bis 27 Cent angestiegen, im vorigen Jahr waren es nur 22 bis 23 Cent, dennoch sind auch diese Preise für die Betriebe lange nicht kostendeckend. "Die Gewinnschwelle liegt für die meisten jenseits der 34 oder 35 Cent, das bedeutet, derzeit macht die Milchwirtschaft im Kreis nur weniger Verluste als bisher."

Bitter sieht es auch bei den Getreidepreisen aus, derzeit schließen viele Bauern ja die Verträge für ihre diesjährige Ernte ab. Bei Roggen werden derzeit zwischen 7,5 und 8,5 Euro je Doppelzentner geboten. "Angemessen wären aus unserer Sicht 14 oder 15 Euro, noch 2007 hatten wir Preise jenseits der 20 Euro", erinnert sich der Bauernfunktionär noch wehmütig. Bei der Gerste werden derzeit 8 Euro den Doppelzentner geboten, 2009 waren es noch zwischen 9 und 9,5 und im Jahr 2007 gab es sogar mehr als 17 Euro. Beim Weizen heißt das Verhältnis 12 Euro für dieses Jahr gegenüber 20 bis 25 Euro im Boomjahr 2007. Das setzt sich bei nahezu allen Kulturen fort. Bei den Tierhaltern sind die Preise für Mastschweine dauerhaft im Keller. Das führt dazu, dass in der Folge vor allem die Ferkelbetriebe teilweise überhaupt keine Tiere mehr los wurden, weil bei den Preisen keiner kaufte. "In der Not haben dann einige ihre Ferkel weiter aufgezogen. Für die Betriebe sind derartige Entwicklungen natürlich extrem gefährlich."

Und dann der trockene April. Im Schnitt rechne man pro Monat mit etwa 55 bis 60 Liter Regen pro Quadratmeter für die Region. In Greven fielen im April gerade einmal 15 Liter. Ob das alles Auswirkungen auf die Erträge hat, ist derzeit noch völlig offen. Für den Monat Mai brauchen die Bauern daher vor allem zwei Dinge, ordentlich Regen, aber auch deutlich mehr Wärme für die Pflanzen.

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