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Ludwigsluster Tageblatt

19. November 2017 | 09:57 Uhr

Ludwigslust : Bauberatung unter dem Gewölbe

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Sanierung der Ludwigsluster Stadtkirche geht dem Ende entgegen / Pastorin Katharina Lotz lädt zu Besichtigung des Tonnengewölbes

von
erstellt am 02.Okt.2014 | 07:00 Uhr

Es ist ein eher ungewöhnlicher Platz für eine Bauberatung: eine Plattform, 13 Meter über dem Erdboden, direkt unter dem Tonnengewölbe. Doch Restauratoren, Zimmerer, Maler, Dachklempner oder Bauleiter haben keine Zeit, die Arbeit länger ruhen zu lassen und ein bequemes Büro zu suchen. Denn die Sanierung der Stadtkirche zu Ludwigslust soll demnächst abgeschlossen werden.

Bei der gestrigen Beratung unter der Decke des Gotteshauses konnte Bauleiter Thomas Rebhan vom Ludwigsluster Büro Architekten und Ingenieure Kaschig+Schilling feststellen: „Wir liegen im Zeitplan. Die Zimmererarbeiten können nächste Woche abgenommen werden, die Dachdecker sind in etwa zwei Wochen fertig, die Maler schon in der nächsten Woche.“

Entsprechend hatten die Handwerker auch am gestrigen Mittwoch noch alle Hände voll zu tun. Dachklempner Thomas Fischer aus Mühlen-Eichsen zum Beispiel arbeitete an der Stehfalzdeckung und verkleidete in luftiger Höhe eine geneigte Dachfläche mit Kupfer. Der betreffende Dachabschnitt ist jetzt im Gegensatz zu früher so geneigt, dass Schmelzwasser im Winter nicht gegen das Mauerwerk drückt, sondern in entgegengesetzter Richtung abfließt. Maler-Restaurator Alexander Seifert aus Potsdam versah gestern die Uhr an der Decke mit einem Goldanstrich. Diplom-Restaurator Andreas Volkmar aus Lüblow indes erneuerte in den vergangenen Wochen die Rosetten des Tonnengewölbes. Zwei Rosetten, die nicht mehr vorhanden waren, hat er rekonstruiert und wird sie bald am Gewölbe befestigen. Die Rosetten bestehen nicht, wie oft bezeichnet, aus Pappmaché, sondern aus zusammengeklebten Papierlagen. Dabei machten Andreas Volkmar und Diplom-Restauratorin Bettina Strauß eine Entdeckung: „Für diese Papierlagen wurden einst auch alte kirchliche Schriften verwendet“, erläutert Strauß.

Die Sanierung der Kirche (Ostwand, Dach, Tonnengewölbe) soll Ende Oktober beendet sein und Anfang November der Abbau des Baugerüsts beginnen, was rund vier Wochen dauert. Pastorin Katharina Lotz: „Am Reformationstag wird es um 15.17 Uhr einen Gottesdienst geben. Für 14 Uhr planen wir eine öffentliche Baustellenführung. Die Teilnehmer können auf der Gerüst-Plattform das Tonnengewölbe aus der Nähe bewundern. So nahe wird dem Gewölbe danach so bald wohl kein Mensch mehr kommen.“

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