zur Navigation springen
Ludwigsluster Tageblatt

23. September 2017 | 14:50 Uhr

Ludwigslust : Bauarbeiten: Kirche bleibt offen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Im Juni beginnen Sanierungsarbeiten im Innenraum der Ludwigsluster Stadtkirche / Ostwand und Tonnengewölbe werden erneuert

von
erstellt am 16.Mai.2014 | 07:00 Uhr

Küster Thomas Konradt hockt auf dem Fanggerüst, vermisst mit Hilfe eines Zollstocks den Wandabschnitt. Bald wird hier nämlich ein riesiges Baugerüst stehen. Es geht um die weitere Sanierung der Stadtkirche Ludwigslust, die Herzog Friedrich der Fromme (1717-1785) von 1765 bis 1770 errichten ließ.

Am 10. Juni sollen die Arbeiten beginnen. Küster Konradt erklärt: „Dann wird die Sanierung des Kircheninnenraums fortgesetzt. Nachdem im Jahre 2008 bereits die Westwand saniert bzw. restauriert wurde, kommen nun die Ostwand und das Tonnengewölbe, also die Decke, an die Reihe.“

Die Arbeiten sind dringend notwendig, wie Bauleiter Karl-Heinz-Schilling vom Ludwigsluster Büro Architekten und Ingenieure Kaschig+Schilling erläutert. „Es gibt Risse und Abplatzungen an der Wand, die nicht nur nicht schön aussehen, sondern auch eine Gefahr darstellen.“ Deshalb übrigens steht an der Ostwand auch eingangs erwähntes Fanggerüst, um eventuell abfallenden Putz aufzufangen.

Bei der im Juni beginnenden Renovierung wird die gesamte Putzoberfläche der Ostwand erneuert. Dazu gehören auch die Ornamente, Gesimse, Friese und Stuckelemente. Karl-Heinz Schilling: „Dabei werden nicht nur Schäden beseitigt. Die gesamte Wand muss von alter Farbe befreit und neu bemalt werden.“

Wie die Ostwand wird auch die Decke (Tonnengewölbe) erneuert. Auf dem Gewölbe sind 34 Felder zu sehen, die durch durch sogenannte visualisierte Malerei verschiedenartig gestaltet sind. Zwei dieser Felder müssen komplett erneuert werden, bei den anderen sind teilweise kleine Reparaturen notwendig.

Welchen Umfang die bevorstehenden Arbeiten haben werden, zeigen die Ausmaße der jeweiligen Flächen. So ist die zu restaurierende Ostwand 30 Meter lang und 13 Meter hoch. Durch vorhandene Säulen und Schmuckelemente allerdings vergrößert sich diese Fläche noch. Das Tonnengewölbe, das in 13 Meter Höhe beginnt und sich wölbt, erreicht 20 Meter über dem Boden seinen höchsten Punkt. Es hat einen Durchmesser von 14 Meter.

Zu den Arbeiten an Ostwand und Gewölbe kommen zusätzlich noch Sanierungsarbeiten im Dachstuhl, da Schwamm und Fäulnis dem Holz zugesetzt haben.

Für Sanierung bzw. Restaurierung wurden insgesamt sieben Lose ausgeschrieben. Das Ausschreibungsverfahren läuft gegenwärtig noch. Wenn alles klappt, sollen die Arbeiten in der Vorweihnachtszeit 2014 abgeschlossen sein. In dieser Zeit wird der Innenraum der Kirche komplett eingerüstet sein.

Küster Thomas Konradt: „Während der gesamten Bauzeit wird unsere Kirche zugänglich sein. Hier werden die Gottesdienste stattfinden, ebenso Konzerte. Ludwigslust ist ein touristischer Ort. Darum werden wir auch in dieser Zeit eine offene Kirche haben.“

Immerhin kommen jährlich rund 17 000 Besucher in das Gotteshaus. Es ist von Mai bis Oktober offen. Von Anfang November bis Ende März öffnet es Besuchern nach telefonischer Anmeldung ebenfalls seine Türen.

Die Kosten für die kompletten Renovierungsarbeiten betragen etwa 350 000 Euro. Sie werden getragen durch drei Stiftungen, den Förderverein Stadtkirche Ludwigslust e. V. , einen Eigenanteil der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Ludwigslust sowie auch durch Spenden.

So kommt der Erlös eines Flohmarktes vor der Kirche am morgigen Sonnabend ab 11 Uhr ebenfalls der Sanierung des Innenraumes zugute. Während zweier Baustellenkonzerte in der Stadtkirche (Eintritt ist frei) sind Spenden ebenfalls willkommen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen