Ludwigslust : Bass-Unterricht mit der Silly-Ikone

Sebastian Reznicek (r.) probt mit Justus Schröder am Schlagzeug.
Sebastian Reznicek (r.) probt mit Justus Schröder am Schlagzeug.

Jäcki Reznicek gibt diese Woche Stunden bei Bass-, Band- und Schlagzeug-Workshop in der Musikschule / Abschlusskonzert am Sonnabend im Zebef

von
13. Februar 2014, 07:00 Uhr

Wer dieser Tage an der Musikschule „Johannes Matthias Sperger“ vorbeigeht, hört sicherlich so manches Bass- oder Schlagzeuggeräusch. Kein Wunder, denn in dieser Woche nehmen an die 30 Eleven am Bass-, Band- und Schlagzeug-Workshop der Einrichtung teil.

„Wir haben das Stück ,Chamäleon’, das wir seit anderthalb Jahren immer wieder üben, so abgeändert, so dass wir nun auch die Septimen und Oktaven spielen“, sagt Finn Schleusner. Der 17-Jährige ist Mitglied des Bass-Ensembles der Musikschule und bekommt von Gastdozent Jäcki Reznicek wertvolle Hinweise zur Spielweise des Instrumentes. Der Gastlehrer ist der Bassist der Band „Silly“ und „unterrichtet“ nicht zum ersten Mal in der Ludwigsluster Musikschule. „Es macht mir Spaß, mein Wissen an junge Musiker weiter zu geben“, sagt der 60-Jährige, der auch als Professor für Bassgitarre an der Dresdner Musik-Hochschule „Carl Maria von Weber“ tätig ist.

In der 90-minütigen Lehrstunde mit dem Ensemble achte er unter anderem auf die Genauigkeit beim Bassspiel. „Wenn das steht, können wir uns um das Arrangement kümmern“, sagt der Profi-Bassist. Viele der Musikschüler schätzen den Unterricht mit „Jäcki“, wie der Gastdozent von allen nur genannt wird. „Die Stunde war sehr gut, doch die ,Linien’, die wir jetzt spielen, sind echt nicht ohne“, sagt Finn Schleusner. Um seine neu erworbenen Kenntnisse zu festigen, wird das Bass-Ensemble heute noch einmal von Jäcki Reznicek „gecoacht“. Der Profi-Bassist ist die ganze Woche an der Musikschule und vermittelt den Gruppen – neben dem Bass- gibt es an der Einrichtung auch ein Rock- sowie ein Studien vorbereitendes Ensemble – wichtige Kniffs und Tricks.

Doch einige Schüler erhalten von ihm auch Einzelunterricht. „Hierbei kann ich gezielt auf den jeweiligen Menschen eingehen“, sagt der Musiker. Er finde es toll, dass hier eine Musikschule gibt, denn so seien die Jugendlichen unter Gleichgesinnten.

Während er darauf beim Rock-Ensemble unterstützend zur Seite steht, gibt derweil sein Sohn Sebastian im Obergeschoss der Musikschule Schlagzeugunterricht. Der 34-Jährige spielt selber schon seit Jahren Drums und ist Mitglied der Band „Stampin Feet“. „Ich achte bei den Schülern unter anderem auf die Präzision“, sagt Sebastian Reznicek. Ihm mache der Unterricht sehr viel Spaß, weil die Persönlichkeiten so unterschiedlich sind, fügt er hinzu. Sie erhalten 60 Minuten Unterricht, während bei den Bassisten eine Einheit 90 Minuten dauert. Eigentlich nicht verwunderlich, denn für den Schlagzeug-Workshop hatten sich 14 Jugendliche angemeldet. Für den Bass-Stunden waren es „nur“ acht Jung-Musiker. Allerdings gehören noch acht weitere Musiker, die Sänger und Mitglied in den Ensembles sind, dazu. Auch in ihren Unterrichtsstunden ist Jäcki dabei.

Maik Pönisch, stellvertretender Leiter der Musikschule, spielt in der Bass-Combo mit. Er springt für das fehlende vierte Mitglied ein, das sich wegen des Schulstresses aus dem Ensemble zurückzog. „Ich hatte das Bass-Ensemble einst mit aufgebaut und 2012 wurde die Gruppe wieder ins Leben gerufen“, erklärt der 45-Jährige. Pönisch hatte schon während seines Studiums Kurse bei Hochschuldozent Jäcki Reznicek besucht. 2002 fragte er bei seinem einstigen Lehrer an, ob der nicht einen Workshop in der Ludwigsluster Einrichtung geben möchte. Reznicek sagte prompt zu und unterrichtete seitdem schon des Öfteren in Workshops. Für Pönisch ein toller Höhepunkt im Musikschulalltag. „Nicht nur den Schülern wird Wissen vermittelt, sondern auch die Dozenten lernen noch etwas dazu“, sagt Pönisch. Weil der Workshop so gut angenommen und oft noch über die normale Unterrichtszeit hinaus geprobt wird, ist es in der Einrichtung meist nicht vor 22 Uhr still.

Allerdings üben die Musiker auch fleißig für ihren Auftritt am Sonnabend, 15. Februar, um 19 Uhr im Zebef. Dort können Freunde von handgemachter Musik das Bass-, Rock- sowie das Jazz- und Studien vorbereitende Ensemble erleben. Jäcki Reznicek wird ebenfalls eine Kostprobe seines Könnens zusammen mit seinem Sohn Sebastian zum Besten geben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen