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Ludwigsluster Tageblatt

15. Dezember 2017 | 15:14 Uhr

Ludwigslust : Barockschloss als Besuchermagnet

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Nach Abschluss der Bauarbeiten im Goldenen Saal werden ab Mai die Schlosskonzerte und die Festspiele MV wieder Besucher anlocken

von
erstellt am 27.Feb.2015 | 07:00 Uhr

Die Raumausstatter aus Dresden haben ihre Arbeit vollbracht, die Vergolder aus der Bauhütte Neumühle bei Schwerin verzieren noch die Räume. Elektriker, Restauratoren und Maler sind eifrig am Werk. Noch bestimmen die Handwerker das Geschehen im Barockschloss Ludwigslust. Der prachtvolle Bau wurde von Herzog Friedrich von Mecklenburg-Schwerin zwischen 1772 bis 1776 nach Plänen des Hofbaumeisters Johann Joachim Busch errichtet. Als Mittelpunkt einer barocken Stadtanlage mit einer der schönsten Parkanlagen des Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné (1756-1821) besitzt das herzogliche Barockschloss Ludwigslust ein einzigartiges Flair.

Ab Juni wird dann mit der Installation der neuen Ausstellung des Staatlichen Museums in Schwerin wieder ein weiteres Kapitel kultureller Angebote eröffnet. Bis zum Frühjahr 2016 werden in 18 Räumen herausragende Kunstwerke aller Gattungen an dem Ort präsentiert, mit dem sie durch die beiden Regenten Friedrich und Friedrich Franz I. und ihren Gemahlinnen Luise Friederike und Luise Genuin verbunden sind. Auf mehreren hundert Quadratmetern kann der Besucher Kunst höchsten Ranges erleben: Die Menagerie-Serie Jean-Baptiste Oudrys, Uhren, Meissner Porzellan, Hamburger Silber- und Kunstkammerobjekte, Büsten Jean-Antoine Houdons, Architekturmodelle aus Kork, Elfenbeinarbeiten und eine komplett rekonstruierte Gemäldegalerie mit Werken der Hofmaler Matthieu, Findorff, Suhrlandt und Lisiewsky. Auch die Ludwigsluster Manufakturen sollen die ihnen gebührende Würdigung erfahren: Die Möbel- und Bronzefabrik und allen voran die Fabrikation von Papiermaché.

„Auch die Reihe der Ludwigsluster Schlosskonzerte werden wir 2015 wieder fortsetzen“, so Schlossleiter Peter Krohn. Am Sonnabend, dem 16. Mai, heißt es um 19 Uhr im Goldenen Saal „El Galeón 1600“. Geboten wird konzertante Barockmusik mit „Los Temperamentos“.

Auch die Festspiele MV werden sich mit ihrer „Ludwigsluster Klassik“ im historischen Ambiente des Goldenen Saales präsentieren und so dem Schloss als Besuchermagnet weiteren Glanz verleihen. „In den letzten drei Jahren fehlten uns aufgrund der Baumaßnahmen drei Räume für derartige musikalische Veranstaltungen“, ergänzt der Schlossleiter. „Da zählten wir so im Schnitt 1500 Gäste“, rechnet Peter Krohn vor.


Nach der Wende bis zu 70  000 Besucher im Jahr


Bis zum Jahre 2009 gab es auch Sonderausstellungen, oft sogar zweimal im Jahr. Aber mit der beginnenden Restaurierung des Ostflügels im Jahre 2010 fielen diese dann weg und damit sanken auch die Besucherzahlen.

Im Jahre 2014 kamen rund 36  000 Gäste ins Schloss, so Peter Krohn, der sich noch sehr gern an den Gästezuspruch nach der Wende erinnert. „In den Jahren 1991/92 zählten wir bis zu 70  000 Besucher“, so Peter Krohn. Im Jahr 2007 waren es dann immerhin noch 57  000 und 2009 lag die Zahl bei 56  000. Im Jahr 2010 gab es dann bei den Besucherzahlen einen Einbruch. Leider nutzten nur noch 38  000 Besucher die Angebote im Schloss, dass seit seinem Bestehen auf eine bewegte Geschichte blicken kann. Von 1947 bis 1991 war es zu DDR-Zeiten Verwaltungssitz für den Rat des Kreises Ludwigslust. Auch der volkseigene Baubetrieb Grabow hatte hier sein Domizil. „Wir haben hier 1986 mit drei Räumen unsere museale Arbeit begonnen“, so Peter Krohn. Im Jahre 1993 kamen dann noch mal elf Räume dazu. Bei den Ausstellungsexponaten handelte es sich laut Museumsexperten Krohn um ein Sammelsurium von Kunstobjekten, Stücke aus der Zeit der Herzöge, die in der Amtszeit des Rates des Kreises in diesem Haus vor sich hin dümpelten. Nach und nach wurden die Museumsräume dann auf 18 erhöht. „1992/93 war fast die gesamte 1. Etage museal erschlossen“, sagte Peter Krohn.

Was die damaligen Ausstellungen betraf, kamen viele wertvolle Kunstobjekte aus Schwerin zurück in das Barockschloss. Stücke, die in den Jahren 1952/53 aus Ludwigslust ausgelagert und in Schwerin inventarisiert wurden.


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