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Rekordwanderer erholte sich in Grabow : Barfuß über Asphalt und Stolperpflaster

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Michael Essing stößt sich oft den kleinen Zeh. Auch jetzt wieder, bei seiner bislang wichtigsten Abenteuertour fürs Guinness-Buch der Rekorde, die ihn nach Grabow führte: Barfuß 1500 Kilometer durch Deutschland.

svz.de von
erstellt am 28.Jun.2013 | 06:19 Uhr

Grabow | "Haben Sie sich schon einmal den kleinen Zeh so richtig gestoßen? Ich kann Ihnen sagen!" - Michael Essing aus dem niedersächsischen Schüttorf kennt solche Schmerzen und viele Straßen und Wege auf unserem Erdball. Denn dort holt sich der hoch aufgeschossene 26-jährige Straßenwärter diese Blessuren immer wieder. Auch jetzt wieder, bei seiner bislang wichtigsten Abenteuertour, die ihn nach Grabow führte: Barfuß 1500 Kilometer durch Deutschland.

Die SVZ traf Michael Essing im Grabower Hotel "Stadt Hamburg", wo er sich von den ersten 430 der anvisierten 1500 Kilometer langen Rekordstrecke endlich einmal in einem richtigen Bett von den Strapazen erholte. Sonst muss ein Zelt für die Nacht reichen.

Der drahtige Marschierer ist bei weitem nicht übergeschnappt, wenn er behauptet, sein Endziel Weil am Rhein am 2. September erreicht zu haben. Er hat es nämlich durchaus eilig, seit er vor wenigen Tagen in Flensburg gestartet ist. Er ist auf Rekordjagd, um ins Guinness-Buch der Rekorde eingetragen zu werden. Die Idee dazu entstand durch ein Missverständnis: Essing schrieb der Zentrale in London und fragte an, ob es solch einen An- oder Eintrag bereits gegeben hat. Als Antwortschreiben erhielt der nunmehr "Weltrekordler in spe" die Aufforderung, doch den ersten Versuch dieser Art überhaupt zu starten. Vor-aussetzungen wären eine Strecke von 1500 Kilometern barfuß zu laufen, das Ganze nachvollziehbar zu protokollieren und zur Prüfung vorzulegen.

Dieses Angebot reizte den Weltenbummler und er plante den Trip. Essing hatte bis zu diesem Rekordversuch Deutschland barfuß zu durchqueren, bereits zu zweit und zu Fuß die West-Sahara durchquert, war mit dem Fahrrad von Deutschland allein über zehn Länder in die Türkei geradelt und kennt die Strapazen, als Einzelgänger von der Ost- zur Westküste der USA zu gelangen.

Mit dem Vorhaben stand er jetzt auch wieder ziemlich alleine da. Die einzigen Dinge, die er vergünstigt "mit dazu" erhielt, waren ein Rolli für die wenigen Habseligkeiten, die einfach für eine solche Tour notwendig sind und von einem Müsli-Riegelhersteller viel zu viele Riegel.

Bislang marschierte Essing von Flensburg, über Lübeck, Rostock, Wismar, Güstrow, Parchim nach Grabow. Seit gestern ist er unterwegs nach Wolfsburg. Jeder Schritt wird per GPS aufgezeichnet. Die größten Strapazen erlebte der mögliche Rekordhalter auf glutheißen Asphaltstraßen, während der das Stolperpflaster eher als angenehm und kühlend empfand. Sandwege meidet er immer dann, wenn die Sonne auf ihn nieder brennt.

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