Ludwigslust : Bald weniger Ärger mit Radlern in der Schlossstraße

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Stadtverwaltung Ludwigslust will dieses Jahr schmalere Podeste vor Gaststätten durchsetzen

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12. März 2015, 07:00 Uhr

Radfahrer und Fußgänger in der Ludwigsluster Schlossstraße – ihre Koexistenz scheint eine unendliche Geschichte. Mehrmals bereits hat sich SVZ-Leserin Asta Ott über die Zustände beklagt. Bei ihr hat sich die Wahrnehmung verfestigt, dass keine Veränderung in Sicht ist. Die Rentnerin erlebt massive Behinderungen der Passanten durch rücksichtlose Radler. Mehrmals ist sie deshalb auch schon bei Bürgermeister Reinhard Mach gewesen.

Der will nun in diesem Jahr Tatsachen schaffen. Dass Radfahrer nicht das Holperpflaster der recht schmalen und in Teilen stark befahrenen Schlossstraße nutzen können, ist auch der Stadtpolitik klar. Pedalritter sollen vielmehr den nach historischem Vorbild recht breit angelegten Reiterweg zwischen Fußweg und Fahrbahn nutzen. Dort aber haben anliegende Gastronomen Podeste errichtet, damit ihre Gäste sich unter freiem Himmel entspannen können. Dafür haben sie Genehmigungen von der Stadt für eine so genannte „Sondernutzung“.

„Diese Genehmigungen sind jährlich befristet. In diesem Jahr wird es sie nur geben, wenn die betroffenen Gastronomen sich bereit erklären, die Podeste zu verkleinern, damit Radfahrer vorbei können“, sagt der Bürgermeister. Eine Forderung, die nach seinen Worten bereits im vergangenen Jahr stand, die aber nur das „Lindencafé“ in die Tat umgesetzt habe, so Reinhard Mach. „Es hat bereits Gespräche mit den Restaurantbetreibern in der Schlossstraße gegeben, die positiv waren“, erklärt der Verwaltungschef. Man werde es allerdings nicht bei diesen positiven Signalen bewenden lassen, sondern wenn nötig Druck machen.

Der Bürgermeister verspricht allen genervten Radlern und Fußgängern, dass es bereits in diesem Jahr Veränderungen geben werde. „Wir wollen der Rentabilität der Gaststätten keine Steine in den Weg legen, gleichzeitig aber das Miteinander aller Nutzer der Schlossstraße fördern“, erklärt er.

Dazu soll es in diesem Jahr auch noch kleinere bauliche Maßnahmen geben: Dort, wo die Kanalstraße und die Gartenstraße auf die Schlossstraße münden, werden die Bordsteine in der Flucht des Reiterweges abgesenkt, um es den Radfahrern leichter zu machen, hier zu fahren.

Was die Gastronomen betrifft, mag auch Ignoranz den städtischen Forderungen gegenüber eine Rolle spielen. Aus ihren Reihen kommt aber auch deutliche Kritik an der Verwaltung. Ein Restaurantbetreiber, der aus Furcht vor Benachteiligungen durch die Stadt nicht öffentlich genannt werden möchte, beklagt die Bürokratie und die Kosten, was den Umgang mit den Podesten betrifft. Förderung einer attraktiven Innenstadt sei dies nicht gerade.

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