Neustadt-Glewe : Bald mehr Algen aus Neustadt?

Fasst 3000 Liter: die Testanlage.
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Fasst 3000 Liter: die Testanlage.

Investor plant Erweiterung des Produktionsstandortes sowie Fotovoltaikanlagen. Damit das gelingt, muss jetzt aber ein B-Plan her.

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11. Mai 2018, 20:45 Uhr

Komplette Nutzung des Areals für die Algenproduktion made in Neustadt-Glewe, Erweiterung der Produktion, Freiflächenfotovoltaikanlagen... All das könnte in Zukunft auf dem Gelände an der Laascher Straße in Neustadt-Glewe entstehen. Vorausgesetzt der B-Plan geht durch die Stadtvertretung. Dafür sorgen zumindest derzeit die städtischen Ausschüsse. Grünes Licht gibt es bereits aus dem Bauausschuss. „Wir befinden uns hier mit der Algenproduktion im Außenbereich der Stadt. Deshalb muss ein B-Plan aufgestellt werden, wenn der Investor weiter investieren will“, erklärt Dörte Ecks, Leiterin des Fachdienstes Wirtschaftsförderung, Bau, Ordnung und Liegenschaften sowie Bauleitplanung.

Das Erweiterungen möglich sind, bestätigt Jörg Ullmann, Geschäftsführer von Roquette in Klötze und Fachmann für Algen wie Chlorella und Spirulina, auf SVZ-Nachfrage. „Zunächst aber will der Investor, die Dr. Eberhard Bioenergie-Gesellschaft, die Pilotanlage voll ausschöpfen und weiter optimieren“, erklärt er. Und: Die Algenproduktion soll weitestgehend autark ablaufen können. Deshalb ist der Bau einer Fotovoltaikanlage geplant.

Derzeit werde das Gelände der ehemaligen Gärtnerei noch nicht voll genutzt. Doch auch die Gebäude der Gärtnerei sollen irgendwann genutzt werden. Der B-Plan lenkt das Vorhaben dann in die planungsrechtlich richtige Richtung, wie Dörte Ecks erklärt. Betreut werden Stadtvertretung wie auch Ausschüsse von Planer Ronald Mahnel vom gleichnamigen Planungsbüro aus Grevesmühlen. Er gibt Hinweise, Ratschläge und Tipps: „Sie sollten eher einen B-Plan fassen, als einen vorhabenbezogenen“, sagt Ronald Mahnel. Grund: „Mit einem B-Plan sind Sie unabhängiger vom Investor.“ Des Weiteren rät er den Bauausschussmitgliedern dazu, aus dem Gebiet an der Laascher Straße eher ein Sondergebiet werden zu lassen als ein Gewerbegebiet. „Sie haben als Stadt dann mehr Einfluss darauf, was dort entsteht“, sagt der Planer weiter. In die Planungen miteinbezogen ist ebenfalls der Landkreis Ludwigslust-Parchim. „Wir haben uns auch bereits mit dem Landkreis abgesprochen. Für einen qualifizierten B-Plan haben wir alles zusammen“, erläutert Ronald Mahnel.

Geregelt wird im B-Plan auch der Waldabstand, der bei 30 Metern liegt und eingehalten werden sollte. Die Erschließung erfolgt über die Laascher Straße und den Wabeler Weg über vorhandene Grundstückszufahrten.

Wenn im kommenden Jahr die Produktion richtig anläuft, so plant es der Investor, dann könnte sich Neustadt-Glewe zur Hochburg für Spirulina Platensis entwickeln – einer Mikroalge, die zu den ältesten Lebewesen der Erde zählt. Vor wenigen Wochen zumindest wurde bereits zum ersten Mal erfolgreich geerntet (wir berichteten).

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