Grabow : Bald Fotoverbot im Freibad?

Viele Badegäste fühlen sich unwohl, wenn sie von Fremden fotografiert oder gefilmt werden.
Viele Badegäste fühlen sich unwohl, wenn sie von Fremden fotografiert oder gefilmt werden.

Grabow will künftig Film- und Bildaufnahmen im Waldbad untersagen / Stadtvertreter sehen Verbot kontrovers.

von
23. November 2017, 20:45 Uhr

Nachdem sich in diesem Jahr mehrmals Badegäste über die vielen Handyfilmer im Grabower Waldbad beschwerten, denkt die Stadt jetzt über eine Änderung der Nutzungssatzung nach. „Die vermehrten Fotoaufnahmen in und außerhalb des Schwimmbeckens verletzen die Privatsphäre der Badegäste sowie das Recht am eigenen Bild“, heißt es in einer entsprechenden Beschlussvorlage für die Stadtvertreter. „Um dem vorzubeugen, sollen künftig Bild- und Filmaufnahmen grundsätzlich untersagt und Zuwiderhandlungen zur Anzeige gebracht werden.“

Bürgermeister Stefan Sternberg hatte die Verwaltungsvorlage zuerst in den Sozialausschuss gegeben. „Wir haben öfter zu hören bekommen, dass im Freibad nicht mehr nur draußen auf dem Gelände gefilmt wird, sondern neuerdings auch im Becken. Sogar unter Wasser mit wasserdichten Handys oder Smartphones in Plastiktüten“, sagt Enrico Wiechmann (Die Linke), Vorsitzender des Sozialausschusses. Deshalb sei es wichtig, hier einen „Cut“ zu machen.

Thomas Holke (Alternative für Grabow) bezweifelt, dass man ein grundsätzliches Handyverbot auf dem Freibadgelände kontrollieren könne. „Wir treffen damit die Falschen“, sagte er auf der Stadtvertretersitzung am Mittwoch. „Jeder hat heutzutage ein Handy. Wie will man da noch kontrollieren, wer das Handy wofür benutzt?“ Warum sollten Familien nicht ihre Kinder weiter beim Schwimmenlernen filmen dürfen?, so Holke. „Und wer mit seinem Handy Fremde filmt, der gehört sowieso rausgeschmissen.“

So einfach sei das jedoch nicht, wenn die Schwimm-Meister dafür keine rechtliche Handhabe hätten, meint Stefan Sternberg. „Das Schwimmbad ist kein öffentlicher Raum. Es wird von uns betrieben. Deshalb legen auch wir die Spielregeln fest“, so der Bürgermeister. „Und wenn uns viele Bürger den Hinweis geben, dass sie sich durch die Handyfilmer gestört fühlen, dann müssen wir darauf reagieren.“ Es sei jetzt wichtig, eine Lösung zu finden, die den Schwimm-Meistern Handlungsspielraum gibt, einzugreifen und das Filmen zu unterbinden.“ Letztendlich gehe es auch darum, das Recht am eigenen Bild zu schützen und die Stadt als Eigentümer des Freibades von möglichen Schadensersatzforderungen frei zu machen.“

Beschlossen ist die neue Satzung noch nicht. Bis zur nächsten Stadtvertretersitzung will man sich noch einmal zum Grundsatz des Verbotes verständigen. Sternberg: Vielleicht kann man das Verbot auf den Bereich des Schwimmbeckens einschränken.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen