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Ludwigsluster Tageblatt

13. Dezember 2017 | 10:20 Uhr

grabow : Bald 25 Grad im Schwimmbecken

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Mobiles Blockheizkraftwerk versorgt Waldbad in Grabow mit Wärme und Strom/ Von Oktober bis April wird Gerät anderweitig genutzt

von
erstellt am 03.Apr.2014 | 07:00 Uhr

Die Vision, das Waldbad in Grabow in absehbarer Zeit (fast) ganzjährig zu öffnen, nimmt immer mehr Gestalt an. Mit Beginn der Badesaison 2014 erwärmen die Stadtwerke Ludwigslust-Grabow GmbH mit einem mobilen Blockheizkraftwerk (BHKW) das Badewasser im Grabower Waldbad auf karibische 25 Grad Celsius (Quelle: www.wetteronline.de/wassertemperatur/karibik) und reagieren damit auf das Umfrageergebnis während der 18. HGV- Messe in Ludwigslust.

„Bereits im Jahr 2011 gab es in der Stadt Grabow die Überlegung dazu. Die CDU-Fraktion hatte einen entsprechenden Antrag eingebracht, einmal zu prüfen, ob eventuell ein BHKW in Grabow in Frage kommen könnte“, erläuterte Bürgermeister Stefan Sternberg den Hintergrund. Beim Grundkonzept eines BHKW geht es darum, die Kosten für das Waldbad zu reduzieren und letztlich den städtischen Haushalt zu entlasten. Damit soll unter anderem die Betreibung des Waldbades unter den Gesichtspunkten einer sparsamen Haushaltsführung langfristig gesichert werden.

Dieses Projekt gehört zu den wichtigen Vorhaben, mit der sich die Stadt Grabow dem eigenen Anspruch stellt, die Energiekosten zu senken. Zudem ist die Umstellung von 921 Lichtpunkten in Grabow auf LED wichtig, letzteres soll auch auf Verwaltungsgebäude und öffentliche Einrichtungen der Stadt zutreffen.

Dieses Engagement von Stadtvertretung und Verwaltung hat auch den Energieminister Christian Pegel beeindruckt, als er einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 238 000 Euro überreichte, mit der die Umrüstung der Gehweg- und Straßenbeleuchtung in Grabow und den Ortsteilen Fresenbrügge und Wanzlitz durch energieeffiziente dimmbare LED-Beleuchtungsanlagen gefördert wird. „Durch die Maßnahme kann eine Energieeinsparung von ungefähr 139 000 Kilowattstunden und eine Co2-Reduzierung von etwa 83,4 Tonnen pro Jahr erreicht werden“, rechnete Minister Christian Pegel vor.

Mit dem neuen Weg, über ein BHKW auch an kühlen Tagen für angenehme Temperaturen im Waldbad zu sorgen, kommt die Stadt auch vielen Badefreunden entgegen. So gaben die meisten Besucher in der Umfrage auf der 18. HGV Messe in Ludwigslust an, gern zu schwimmen, aber bei schlechtem Wetter es doch einige Überwindung kostet, ins kalte Wasser zu springen und dann auch noch ausdauernd zu schwimmen. Ist das Wasser aber konstant warm, so kann das regelmäßige Schwimmen zu einem festen Termin im Wochenkalender werden.

Deshalb hat die Stadt Grabow in Zusammenarbeit mit der Stadtwerke Ludwigslust-Grabow GmbH nach einer machbaren und wirtschaftlich vertretbaren technischen Lösung zur Erwärmung des Badewassers im Grabower Waldbad gesucht, um den witterungsbedingten Abkühlungen entgegenzuwirken und damit den Badebetrieb für die Besucher noch attraktiver zu gestalten und Stromkosten zu senken. Untersucht wurde ein Block-Heiz-Kraft-Werk (BHKW), um Wärme und Strom für das Grabower Waldbad erzeugen zu können.

Im Ergebnis einer Marktstudie und einer Kosten-Nutzen-Berechnung fiel dann die Entscheidung für eine mobile bio-erdgasbetriebene BHKW-Lösung. Diese wird bereits an vielen Standorten in Deutschland genutzt, insbesondere in Verbindung mit Freibädern. Der Anlagenhersteller liefert das BHKW auf einem Anhänger, wodurch die Anlage an zwei Standorten genutzt werden kann. Als Gebäude mit allen Anschlüssen dient eine Fertigteilgarage, die im Ortsbild eingefügt wird. Das erste mobile BHKW wurde bereits 1995 in Hiddenhausen (NRW) in Betrieb genommen.

„In Grabow soll das Mobil-BHKW von Mai bis September im Waldbad und von Oktober bis April ein zweites kommunales Objekt in unserer Stadt mit Strom und Wärme versorgen“, ergänzt Bürgermeister Sternberg. Untersucht werden zurzeit das „Fritz-Reuter-Haus“ mit einer 20 Jahre alten Ölheizung, das von der Stadt als Objekt auch favorisiert wird, sowie die Schule mit Sporthalle im „Hufenweg“, wo zwei Gasheizungen durch eine Heizzentrale ersetzt werden können und die „Regionale Schule Friedrich-Rohr“, informierte der Bürgermeister. Die Gesamtinvestition samt Fertigteilgaragen und Anschlüssen erreicht Nettokosten in Höhe von 134 000 Euro.

Für die Besucher des Grabower Waldbades lohnt sich ein Sprung ins erwärmte Wasser auf jeden Fall, denn das Schwimmen tut dem Körper so viel Gutes wie sonst kaum eine Sportart. Auch diejenigen, die keine Freunde des Ausdauersports sind, können sich mit dem Schwimmen häufig eher anfreunden als mit Joggen. Keine Wunder, denn Wasser ist unser Element. Es zieht uns einfach an. Warum sollte man das nicht ausnutzen?


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