Ludwigslust : Bagger gräbt Gift-Fass aus

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Bei Bauarbeiten auf dem Gelände der Fenix Outdoor Logistics im Ludwigsluster Gewerbegebiet „Stüdekoppel“ stoßen Arbeiter auf Altlasten.

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05. Dezember 2017, 15:58 Uhr

Dienstagnachmittag gegen 14.20 Uhr auf dem Gelände der Baustelle der Fenix Outdoor Logistics GmbH im Gewerbegebiet „Stüdekoppel“: Die Schaufel des Baggers bohrt sich in den Boden, stößt auf einen harten Gegenstand. Der Baggerfahrer stoppt sofort die Arbeiten. Was er plötzlich sieht, könnte hochgefährlich sein: Ein Metallfass mit einem abgebildeten Totenkopf auf der Oberseite. Polizeisprecher Klaus Wiechmann bestätigt wenig später: „Bei den Erdarbeiten wurde ein Metallfass mit einer verdächtigen Substanz freigelegt. Der russischen Aufschrift entsprechend, soll es sich bei dem Inhalt des 200-Liter-Fasses um einen Giftstoff handeln“, so der Sprecher der Polizeiinspektion Ludwigslust gegenüber SVZ.

Unmittelbar nachdem der Fund freigelegt worden ist, treffen zwölf Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Ludwigslust auf der Baustelle ein. „Um 14.24 Uhr erfolgte die Alarmierung“, so Gemeindewehrführer Bodo Thees. „Ausgelaufen ist nichts, das Fass ist unbeschädigt und soll nun durch den Katastrophenschutz der Feuerwehr geborgen werden.“

Fenix-Projektleiter Hans-Joachim Heuer zeigt sich von dem Fund überrascht. „Schwere Technik ist hier im Einsatz, es laufen vorbereitende Arbeiten für den Bau der zweiten Halle hier am Standort. Bei den Sondierungsarbeiten zur Untersuchung des Bodens auf gefährliche Altlasten hätte das Fass theoretisch entdeckt werden können. Aber die Sondierung erfolgt ja nach einem Raster und da kann so etwas durchaus passieren. Das Fass wurde beim Abtrag des Oberbodens, der bis in einen Meter Tiefe erfolgt, entdeckt.“

Gefahren für umliegende Bereiche bestanden nicht, so Polizeisprecher Wiechmann. Es waren auch keine Evakuierungen oder Verkehrseinschränkungen notwendig. „Vor Ort waren auch Einsatzkräfte des Gefahrgutzuges des Landkreises Ludwigslust-Parchim“, sagte Kreiswehrführer Uwe Pulss und ergänzte: „Das Fass wurde geborgen. Das Umweltamt übernimmt die weiteren Maßnahmen.“ Um was für eine Substanz es sich handelt, müssen jetzt Untersuchungen ergeben. Auf dem Gelände gab es einst eine russische Kaserne und einen Flugplatz. Somit dürfte es sich bei dem Fund um Altlasten handeln, die nach dem Abzug des Militärs dort hinterlassen wurden.

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