Stuck/Möllenbeck : Bäume in der Leitung – nix geht

Auch das Handy hilft Evelin Bohnstädt nicht wirklich: Ihr Haus in Stuck steht im Funkloch.
Auch das Handy hilft Evelin Bohnstädt nicht wirklich: Ihr Haus in Stuck steht im Funkloch.

Evelin Bohnstädt in Stuck ist seit über vier Wochen vom Telefon-Festnetz abgeschnitten – und das Handy funktioniert auch nicht

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05. November 2017, 21:00 Uhr

Wenn Evelin Bohnstädt zum Telefon greift, bleibt das Gerät stumm – und das schon seit über vier Wochen. Als nämlich Sturmtief „Xavier“ auch das Telefonnetz teilweise lahm gelegt hat.

Dass es zu Störungen kam, kann Evelin Bohnstädt noch verstehen. Nicht aber, was danach geschah. „Bei uns zu Hause in Stuck funktionieren seitdem weder Telefon noch Internet. Am schlimmsten ist aber, dass meine pflegebedürftige 87-jährige Mutter, die bei uns lebt, auf den Hausnotruf angewiesen ist, der ebenfalls nicht funktioniert.“

Evelin Bohnstädt arbeitet außerhalb, ihr Ehemann ist derzeit in einer Rehabilitation. „Meine Mutter hat jetzt große Angst, dass etwas passiert, wenn sie allein ist und keine Hilfe rufen kann.“

Denn zu dem Dilemma mit dem lahm gelegten Festnetz kommt, dass auch Handys im Haus nicht funktionieren. Evelin Bohnstädt: „Wir sind daheim im Funkloch. Wenn wir per Handy telefonieren wollen, müssen wir stets erst ein Stück in den Wald raus fahren.“

Richtig sauer ist Evelin Bohnstädt über die Telekom. „Rund zwei Wochen nach dem Sturm meldete sich die Telekom auf dem Handy meines Mannes in der Reha und teilte ihm mit, der Schaden sei repariert. Doch unser Festnetztelefon funktionierte immer noch nicht. Mein Mann rief daraufhin erneut bei der Störungsstelle der Telekom an, wo man ihm versicherte, man würde nochmals die Durchgängigkeit der Leitung prüfen. Einige Tage später dann sollte die Leitung repariert werden, doch unser Telefon blieb tot. Schließlich kam ein Monteur der Telekom zu uns, um zu prüfen, ob der Fehler vielleicht im Haus liege. Er stellte aber fest, dass die Leitung außerhalb des Hauses nicht steht.“

Evelin Bohnstädt geht davon aus, dass umgestürzte Bäume die Freileitung beschädigt haben. Telekom-Sprecher Georg von Wagner: „Wir können beschädigte Leitungen erst dann reparieren, wenn die Leitungen von den Bäumen freigeräumt sind.“ Dafür aber seien die jeweiligen Eigentümer bzw. verantwortlichen Baulastträger zuständig.

Geprüft werden müsse laut Georg von Wagner aber auch, ob und warum Betroffenen zunächst mitgeteilt wurde, ihre Telefonanschlüsse würden wieder in Ordnung sein bzw. würden geprüft, was dann aber nicht geschah. Letzteres nämlich passierte Eckhard Neumann im Möllenbecker Ortsteil Horst. „Seit dem 6. Oktober funktioniert hier kein Festnetztelefon mehr. Alle Bemühungen, eine Reparatur der durchtrennten Freileitung zu erreichen, schlugen bisher fehl. Ein per E-Mail für den 27. Oktober angekündigter Besuch eines Mitarbeiters der Telekom kam, aus welchen Gründen auch immer, nicht zu Stande. Wir sind in allen wichtigen Fragen auf das Festnetz angewiesen, da die Verbindung per Mobilfunk selten klappt“, so Eckhard Neumann.

Was nun den Fall Stuck, Ausbau 1 betrifft, informierte Georg von Wagner am Sonnabendnachmittag, dass die Störung unter großem Aufwand am 26. Oktober beseitigt wurde. Offenbar gibt es einen weiteren Fehler, denn die Kundenanschlüsse (Ausbau 1 und Ausbau 2) sind noch gestört. Die Telekommitarbeiter waren am vergangenen Sonnabend noch vor Ort und versuchten abermals zu entstören.

In der Sache Möllenbeck, Horster Straße, sagte Georg von Wagner: „Die Störung ist seit dem 12. Oktober bei uns gemeldet und wir waren auch schon vor Ort. Die Schäden sind so umfangreich, dass hier mit sehr großem Aufwand geräumt werden und schweres Gerät vor Ort geschafft werden muss. Eine provisorische Entstörung kommt nicht in Frage. Hier wird die Entstörung spätestens am 7. November erfolgen.“ (Siehe auch Seite 10)

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