Schlossparksanierung in Ludwigslust : Bäume auf dem Festplatz vor Fällung

<strong>Dietmar Braune zeigt,</strong> wie der Festplatz ursprünglich einmal ausgesehen hat - mit frei stehender Kirche.<foto>uwe köhnke</foto>
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Dietmar Braune zeigt, wie der Festplatz ursprünglich einmal ausgesehen hat - mit frei stehender Kirche.uwe köhnke

Im Ludwigsluster Schlosspark wird in den nächsten Tagen die Säge an 17 Kastanien gelegt. Die Arbeiten sind Vorbereitung der Sanierung des Festplatzes an der katholischen Kirche.

svz.de von
17. Januar 2013, 05:18 Uhr

ludwigslust | Schon ab nächste Woche wird die Säge die winterliche Ruhe im Ludwigsluster Schlosspark stören. Auf dem Festplatz an der katholischen Kirche müssen 17 Kastanien gefällt werden. Dies dient der Vorbereitung der Sanierungsmaßnahmen, die 2013 anstehen. Neben dem Festplatz zählt dazu die Allee, die vom Hamburger Tor aus in Richtung Steinerne Brücke führt. Die denkmalpflegerische Zielsetzung aus dem Jahre 2000 werde damit weiter umgesetzt, unterstreicht Dietmar Braune, der Verantwortliche des Betriebes für Bau und Liegenschaften (BBL) des Landes für den Ludwigsluster Schlosspark.

Das Denkmalpflege-Konzept enthält ein Baumgutachten. Dieses stellte den Bäumen auf dem Festplatz schon damals kein gutes Zeugnis aus. Ursprünglich waren sie für den Festplatz ohnehin nicht vorgesehen. Er zählt zu den ältesten Plätzen des Schlossparks und ist schon aus der Zeit um 1730 beschrieben, als Herzog Christian Ludwig sein Jagdschloss Klenow errichten ließ.

"Damals war der Platz nach ganz anderen Idealen angelegt worden", erklärt Dietmar Braune. "Nämlich als Insel, von Teichen eingefasst." Daraus leitet sich das Problem ab: Es ist sehr feucht. Die später angepflanzten Bäume konnten nur flach wurzeln. Im 18. Jahrhundert sei der Platz weitgehend Baum frei gewesen, so der Landschaftsarchitekt.

Das wandelte sich dann zu Beginn des 19. Jahrhunderts, um ein halbes Jahrhundert später wieder zurück gedreht zu werden. Ab 1809 gab es die katholische Kirche am Rande des Festplatzes. Und deren Portal sollte weithin sichtbar und nicht von Bäumen verdeckt sein. Dietmar Braune hat in seiner Mappe eine zeitgenössische Darstellung des Festplatzes, auf der der relativ frei stehende Kirchbau gut zu erkennen ist. Im Laufe der Zeiten sind die Bäume immer wieder zurecht gestutzt worden, um die Sichtachse frei zu halten.

Hinzu kamen die Mäharbeiten, die die flachen Wurzeln der Bäume immer wieder verletzt und geschwächt haben. Die Miniermotte als Kastanienschädling bildet noch die Krönung des Ganzen. Dietmar Braune hat die Bäume im vergangenen Jahr noch einmal inspiziert. Seit 2000 sind sie lediglich einen halben Millimeter pro Jahr gewachsen. Normal sind fünf Millimeter. Das ist für den Fachmann ein Zeichen, dass sie sich in der degenerativen Phase befinden. Die Naturschutzbehörde sieht das auch so, gab grünes Licht.

Gewissermaßen als Nebeneffekt gewinnt der Schlosspark mit dem dann freien Festplatz eine zusätzliche Veranstaltungsfläche. Ein paar hundert Meter weiter zwischen Steinerner Brücke und B 5 haben die Landschaftsgärtner bereits etwas ausgelichtet. Da kann man schon wieder die Bundesstraße erkennen. Dieses naturgestalterische Erlebnis soll erhalten bleiben. Der ursprüngliche Zustand als Kastanienallee lässt sich nicht mehr herstellen. Auf der Seite der Mauer wird aber eine Kastanienreihe neu entstehen. Für ein Pendant auf der anderen Seite wäre der Druck des angrenzenden Waldes zu stark, so dass die Bäume sich nicht entwickeln könnten.

Insgesamt werden dieses Jahr 19 Kastanien in Richtung Hamburger Tor und neun Linden von der Kirche in Richtung Marstall gepflanzt.

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