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Ludwigsluster Tageblatt

16. Dezember 2017 | 12:08 Uhr

Ludwigslust : Bäume am Bassin stark gefährdet

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Gutachten als Grundlage zur Neugestaltung des städtebaulichen barocken Ensembles sieht zwei Drittel der Linden stark beeinträchtigt

von
erstellt am 12.Feb.2015 | 07:00 Uhr

Das Areal am Bassin in Ludwigslust ist für den Landschaftsarchitekten Matthias Proske aus Schwerin ein wahrer Schatz, wie er selbst sagt. Dieses Ensemble wieder zu einem Schmuckstück werden zu lassen, ist das Ziel der Stadt Ludwigslust, die in Zusammenarbeit mit dem treuhänderischen Sanierungsträger der Stadt, der GOS mbH, die barocke städtebauliche Anlage „Am Bassin“ umgestalten möchte. Wichtig für die Gestaltungsplanung ist aber das noch ausstehende Baumgutachten. Das hat nun Jens Gröger als Fachdienstleiter Tiefbau und Stadtentwicklung auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Verkehr vorgestellt. Zwei Drittel der Bäume sind gefährdet, nur ein Drittel der Bäume sei in einem guten Zustand. „Die Tatsache, dass der größte Teil der Bäume erheblich geschädigt ist, hat wesentlichen Einfluss auf die planerische Gestaltung des Projekts“, so Bürgermeister Reinhard Mach. Und er bestätigte, dass es dazu noch einen Ortstermin gibt, der am 23. Februar stattfinden wird, an dem Vertreter der Stadt sowie der Unteren Naturschutz- und der Unteren Denkmalschutzbehörde teilnehmen werden. Mit dabei ist auch der BUND, denn bei der Planung dieses Vorhabens spielt natürlich der Naturschutz eine große Rolle – unter dem Aspekt, möglichst viele Bäume zu erhalten. Im Areal am Bassin in Ludwigslust handelt es sich um Winter- und Sommerlinden, die zwischen 80 und 120 Jahre alt sind. „Wenn wir dort Bäume wegnehmen, wollen wir auch wieder solche Linden pflanzen, die auch sehr groß werden“, so der Bürgermeister. Wie das aber genau aussehen soll, muss erst das Ergebnis der Begehung zeigen.


Nur noch lückenhafte Reihen zu erkennen


Die Lindenreihen um das Bassin setzen sich aus einem historischen Bestand zusammen, der allerdings große Lücken aufweist. Von den ursprünglich vier geschlossenen Reihen bestehen heute nur noch drei mehr oder weniger lückenhafte Reihen. Die barocke, geometrische Wegeführung aus wassergebundener Wegedecke ist heute nur noch schwer erkennbar und durch zahlreiche diagonale Trampelpfade geprägt. Die südlich angrenzende Platzfläche, welche gleichzeitig die Fläche der Mahn- und Gedenkstätte Wöbbelin beinhaltet, gliedert die großen Flächen im Norden und Süden. Die Achse Schloss-Kirche bildet eine spannungsvolle Verengung. Auch hier standen ursprünglich vier Lindenreihen, von denen drei nahezu vollständig erhalten sind.

Auch der Denkmalschutz hat hier ein gewichtiges Wort mitzureden. Nach der Auswertung der historischen Dokumente, und darauf bezieht sich die Behörde, soll die Neugestaltung des städtebaulichen Ensembles so stattfinden, wie es historisch belegt ist. Im Bereich zwischen Bassin als Abschluss des Schlossplatzes und Stadtkirche sollen unter Berücksichtigung des Bestandes und denkmalpflegerischer Belange die Wegeverbindungen erneuert und umgestaltet werden. Neben diesen Flächen sollen auch die Verkehrswege neu gestaltet werden. Zwei diagonale Verbindungen am Denkmal der Mahn- und Gedenkstätte werden ebenfalls neu hergestellt. Die Verkehrswege vor den angrenzenden Gebäuden am Bassin werden befestigt und in Gehweg und Fahrbahn klar gegliedert.

All das wird jetzt geprüft und dann wird sich in der Expertenrunde darüber verständigt, wie das Areal perspektivisch gestaltet werden soll. Reinhard Mach: „Dann werden die entsprechenden Unterlagen den politischen Gremien der Stadt zur Beratung vorgelegt und der Öffentlichkeit bekannt gemacht.“

Nach Erstellung der technischen Planung der beauftragten Ingenieurgesellschaft Stüvel ist es das Ziel, bis Ende April 2015 einen Fördermittelantrag zu stellen.

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