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Neustadt-Glewe : Badefreuden demnächst auch im Winter?

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Erdwärme Neustadt-Glewe GmbH prüft Möglichkeit eines CO2-neutralen Schwimmbads / Idee entstand auf Klausurtagung der CDU-Stadtfraktion

svz.de von
erstellt am 21.Mai.2014 | 09:43 Uhr

Im Winter Baden gehen – das macht den meisten Menschen in der Region nur in der heimischen Badewanne oder im Urlaub unter südlicher Sonne wirklich Spaß. Oder aber in irgendeiner weit entfernten Schwimmhalle. Das könnte sich demnächst ändern. Denn möglicherweise bekommt Neustadt-Glewe eine Schwimmhalle.

Christian Rosenkranz, Aufsichtsratsvorsitzender der Erdwärme Neustadt-Glewe GmbH, verrät: „Ich habe zwei Prüfungsaufträge an die Geschäftsleitung gegeben. Einer betrifft die Ausweitung der Versorgung von Haushalten mit Erdwärme. Zum anderen geht ’s darum, zu prüfen, ob es technisch und wirtschaftlich darstellbar ist, ein CO2 -neutrales Bad in Neustadt-Glewe zu bauen.

Hintergrund: Unter der Stadt gibt es große Vorkommen von Thermalwasser (SVZ berichtete). Dieses 97 Grad Celsius heiße Wasser wird aus rund 2450 Meter Tiefe gepumpt, per Wärmeaustauscher im Heizkraftwerk auf etwa 50 Grad abgekühlt. Durch den Wärmeaustausch erwärmt sich das Leitungswasser im Fernwärme-Kreislauf, der bisher schon über 1300 Haushalte und mehrere Gewerbeunternehmen versorgt. In diesem Kreislauf fließt das auf etwa 50 Grad abgekühlte Wasser anschließend wieder in die Erde zurück.

Doch in Bezug auf das mögliche Schwimmbad erläutert Rosenkranz eine Technologie, die hier zum Einsatz kommen würde: „Das abgekühlte Wasser in der Leitung könnte durch Energiezufuhr wieder auf rund 80 Grad aufgeheizt werden und so das eigentliche Badewasser im Schwimmbecken erwärmen. Die nötige Energie wiederum könnte durch ein Windkraftrad gewonnen werden.“

Christian Rosenkranz sieht mehrere Vorteile einer solchen Schwimmhalle. Einmal wäre es Europas erstes CO2 -neutrales Schwimmbad, das von Menschen in ganz Südwestmecklenburg genutzt werden könnte. Zum Anderen könnten stabile und günstige Eintrittspreise gewährleistet werden, weil Windkraft für die Energiegewinnung genutzt wird. „Mit einer eigenen Stromleitung vom Windkraftrad nach Neustadt-Glewe würde auch keine Netzdurchleitungsgebühr fällig“, versichert Rosenkranz. Um den städtischen Haushalt nicht zu belasten, sollte das Bad zwar eine kommunale, aber keine städtische Einrichtung sein. Entwickelt wurde die Idee auf einer Klausurtagung der CDU-Stadtfraktion im Winter. Wie Rosenkranz, der Fraktionsvorsitzender ist, sagt, sind aber alle Interessierten eingeladen, ihre Gedanken in die Planung einzubringen. Das betreffe auch die Frage des Standortes und des Betreibers.

„Anderswo werden Bäder geschlossen und wir öffnen eines“, meint Rosenkranz. „Das wäre doch etwas.“ Es solle kein Gesundheits- oder Spaßbad mit Palmen sein, sondern ein reines Schwimmbad mit 25-Meter-Bahnen, das u. a. ganzjährig die Schwimmausbildung für die Schulen der Region gewährleistet. Und natürlich allen Badelustigen offen steht.

 

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