zur Navigation springen
Ludwigsluster Tageblatt

25. November 2017 | 05:11 Uhr

Ortkrug : Autofahrer eiskalt vom Blitzer erwischt

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Wo seit 20 Jahren und mehr 70 km/h zulässig waren, gilt plötzlich Tempo 50. Vorab informiert wurden die Kraftfahrer nicht – aber gleich geblitzt.

von
erstellt am 13.Okt.2014 | 17:13 Uhr

„Ich dachte, ich bin im falschen Film, als der Blitzer auslöste. Ich nahm aber an, dass ein technischer Defekt vorliegt“, erinnert sich Torsten Gaertner an die Schrecksekunde vom vergangenen Freitag. Da zeigte seine Uhr im Taxi die zwanzigste Tagesstunde an. „Am Vormittag des 10. Oktobers war ich gegen 9 Uhr ebenfalls durch Ortkrug in Richtung Schwerin gefahren, hatte wie seit vielen Jahren schon den Tempomat auf 70 Stundenkilometer eingestellt und nichts war passiert“, berichtet der 47-Jährige weiter.

Doch nun ist in dem langgestreckten Ort plötzlich alles ganz anders. Steht statt der grünen Ortshinweistafel nun ein gelbes Ortseingangsschild. Aus jeder Richtung. Somit gilt Tempo 50. Der Starenkasten wurde sofort umgestellt. Seitdem dürften hunderte ahnungslose Pendler, Anwohner und Berufskraftfahrer wie Gaertner von dem Blitzer eiskalt erwischt worden sein. An der Tanke in Lübesse empört diese Neuregelung seit Tagen die Gemüter, kocht die Volksseele hoch. Wird gar von unverschämter Abzocke gesprochen. Die wiederum wird von der merkwürdigen Tatsache genährt, dass gestern Vormittag sogar ein mobiler Blitzer in Richtung Ludwigslust in Stellung gebracht wurde.

„Wir haben Verständnis für den Ärger, aber eine Mitverantwortung der Autofahrer ist nicht von der Hand zu weisen. Verkehrsschilder sind dazu da, dass sie beachtet werden. Über eine Änderung müssen wir nicht zwingend informieren. Da Ortkrug einseitig eng bebaut ist, gilt das als Ort. Auf Antrag eines Anwohners wegen der zunehmenden Lärmbelästigung hat die Straßenverkehrsbehörde in Absprache mit der Polizei deshalb geltendes Recht durchgesetzt“, erklärt Andreas Bonin, Pressesprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim, diese Vorgehensweise. Es gebe also keinen Grund, die Bescheide an die Geblitzten nicht herauszuschicken. Das habe nichts mit Abzocke zu tun, betont Bonin mehrfach.

Für Torsten Gaertner ist dieser Standpunkt nicht nachvollziehbar. „Ich bin in den letzten 25 Jahren etwa 1,5 Millionen Kilometer ohne einen Punkt und unfallfrei gefahren. Seit rund 20 Jahren galt in Ortkrug am Starenkasten 70. Man hätte ja wenigstens vorab vorübergehend auf die Neuregelung mit einem Schild hinweisen können. Selbst der Diensthabende der Polizeiinspektion Ludwigslust war sichtlich erstaunt, als ich dort nachfragte, und bedankte sich für den Tipp“, berichtet der gebürtige Ludwigsluster weiter. Beim SVZ-Vororttermin steigt Ingrid Hofmann vom Rad. „Das ist doch eine Sauerei, ohne Vorwarnung die Schilder zu verändern“, schimpft die Lübesserin. Eine Bekannte von ihr sei auch geblitzt worden und erbost darüber, weil keiner informiert habe.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen