Ludwigslust-Parchim : Autodiebe immer brutaler

Die Kriminalstatistik der Polizeiinspektion Ludwigslust stellen  Polizeidirektor Hans-Peter Günzel (l.) und der Erste Kriminalhauptkommissar Torsten Paetow (r.) vor.
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Die Kriminalstatistik der Polizeiinspektion Ludwigslust stellen Polizeidirektor Hans-Peter Günzel (l.) und der Erste Kriminalhauptkommissar Torsten Paetow (r.) vor.

Kriminalstatistik 2013 für den Landkreis Ludwigslust-Parchim vorgestellt / Aufklärungsquote von Straftaten gestiegen

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26. März 2014, 22:00 Uhr

Sie liefern der Polizei wilde Verfolgungsjagden, nehmen keine Rücksicht auf andere und krachen auch schon mal in Leitplanken – Autodiebe in der Region machen neuerdings der Polizei das Leben besonders schwer. Das bestätigt auch die Kriminalstatistik für den Landkreis Ludwigslust-Parchim 2013, die gestern in der zuständigen Polizeiinspektion Ludwigslust vorgestellt wurde.

Im Landkreis stieg die Zahl der Autodiebstähle im vergangenen Jahr um mehr als das Doppelte. Wurden 2012 noch 82 Pkw gestohlen, waren es 2013 bereits 174. Torsten Paetow, Erster Kriminalhauptkommissar und stellvertretender Leiter des Kriminalkommissariats stellte die Statistik vor. „Betroffen von den Diebstählen sind vor allem Fahrzeuge der Typen Skoda, Audi und VW.“

Wie Polizeidirektor Hans-Peter Günzel, Leiter der Polizeiinspektion, ergänzte, wird bei den Diebstählen zunehmend eine professionelle Vorgehensweise der Täter deutlich. „Die Diebe klären vor ihren Taten die Region auf, in der sie aktiv werden wollen. Wird der Fahndungsdruck durch die Polizei dann zu groß, weichen sie in andere Gegenden aus.“ Außerdem werden die Autodiebe immer brutaler und nehmen oftmals bei einer Entdeckung und folgender Flucht keinerlei Rücksicht.

Am meisten Autos (49) wurden 2013 in Hagenow gestohlen. Auch in Boizenburg (23), Amt Wittenburg (12) und der Stadt Ludwigslust (10) lagen die Diebstahlzahlen bei Autos im zweistelligen Bereich. Die Aufklärungsquoten zwischen den einzelnen Orten schwanken. Von den 49 Fällen in Hagenow konnten 34 (69,39 Prozent) aufgeklärt werden, in Ludwigslust 6 von 10 Fällen (60 Prozent). Im Amt Wittenburg dagegen konnte nur einer von den 12 Fällen aufgeklärt werden.

Wie Torsten Paetow weiter informierte, sind teilweise organisierte Banden am Werk, die Autos auftragsweise in benachbarte Länder bringen. Andere Diebe aber schlachten die gestohlenen Fahrzeuge aus und nutzen sie zur Ersatzteilgewinnung.

Im Autobahnpolizeirevier Stolpe wurde inzwischen eine Ermittlungsgruppe gebildet, die sich speziell mit Autodiebstählen befasst. Die Beamten sammeln hier alle Daten über Fahrzeugdiebstähle. Dazu gehören zum Beispiel die Vorgehensweise der Täter oder die Typen der entwendeten Fahrzeuge. So entstehen bestimmte Muster, die helfen, den Dieben auf die Spur zu kommen.

Insgesamt kann die Polizei im Landkreis Ludwigslust-Parchim für 2013 eine positive Bilanz aufweisen. Im vergangenen Jahr bearbeiteten die Beamten 13 422 Straftaten, 276 mehr als 2012.

Die Aufklärungsquote stieg um knapp zwei Prozent auf jetzt 58,3 Prozent. „Die Basis für diesen Erfolg sind unsere fleißigen Kollegen in den Dienststellen, darunter auch die Kontaktbeamten“, hob Hans-Peter Günzel hervor. Er würdigte in diesem Zusammenhang auch die Einrichtung des Kriminaldauerdienstes. Dessen Beamte stehen rund um die Uhr bereit, und kommen bei Straftaten wie zum Beispiel Einbrüchen und Diebstählen zum Einsatz.

Ein weiterer Schwerpunkt der Polizeiarbeit im Landkreis sind Wohnungseinbrüche. Deren Zahl stieg im Landkreis Ludwigslust-Parchim von 137 im Jahr 2012 auf 159 im vergangenen Jahr. Die meisten Wohnungseinbrüche (17) wurden im Amtsbereich Zarrentin registriert. In der Stadt Ludwigslust zählte die Polizei 15, im Amt Neustadt-Glewe 10 Wohnungseinbrüche. In diesem Zusammenhang wurde in der Polizeiinspektion ebenfalls eine Ermittlungsgruppe aus drei Beamten gebildet. Die Polizisten sammeln alle Daten zu Wohnungseinbrüchen im Landkreis Ludwigslust-Parchim, aber auch aus dem benachbarten Landkreis Nordwestmecklenburg und bei Bedarf sogar aus Schwerin. Wie im Falle der Autodiebstähle sollen so mögliche Ähnlichkeiten zwischen verschiedenen Diebstählen erkannt werden, um Einzeltätern oder Tätergruppen auf die Spur zu kommen.

„Bei Wohnungseinbrüchen, aber auch bei allen anderen Straftaten ist es sehr wichtig, dass betroffene Bürger uns umgehend informieren und am Tatort nicht verändern. Nur so können wir eine erfolgreiche Sofortfahndung nach den Tätern durchführen“, sagt Polizeidirektor Hans-Peter Günzel.

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