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Wöbbeliner Bürgermeisterin Viola Tonn : Austritt aus Zweckverband gescheitert

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Die Gemeinde Wöbbelin ist am Montag in der Verbandsversammlung des Wasser- und Abwasserzweckverbandes ZkWAL Ludwigslust mit ihrem Antrag gescheitert, aus dem Verband auszutreten.

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erstellt am 07.Mär.2012 | 11:15 Uhr

ludwigslust/wöbbelin | Die Gemeinde Wöbbelin ist am Montag in der Verbandsversammlung des Wasser- und Abwasserzweckverbandes ZkWAL Ludwigslust mit ihrem Antrag gescheitert, aus dem Verband auszutreten. Dieses Begehren sollte eigentlich am Dienstag auch vor dem Schweriner Verwaltungsgericht verhandelt werden. Wöbbelin will seinen Verbandsaustritt gerichtlich erzwingen. Kurz vor dem Prozess hat das Gericht allerdings die Verhandlung verschoben und auch keinen neuen Termin genannt.

Damit haben die Wöbbeliner Bemühungen um einen eigenen Weg in der Abwasserentsorgung einen weiteren Rückschlag erlitten. Seit mittlerweile fast sieben Jahren wird in dem Dorf darum gestritten. Im Mai 2009 dann stellte Bürgermeisterin Viola Tonn erstmalig den Antrag auf Austritt auf der Verbandsversammlung und holte sich dabei eine herbe Niederlage. Ein halbes Jahr später ein erneuter Versuch: Im Januar 2010 beantragte die Bürgermeisterin eine Änderung der Verbandssatzung, in der die Gemeinde Wöbbelin nicht mehr auftauchen sollte. Die Verbandsversammlung lehnte dies genauso ab wie einen weiteren Antrag, mit dem Wöbbelin dem Verband die übertragenen Aufgaben zum 31. Dezember 2010 entziehen wollte, wenn sie bis dahin nicht austreten könne.

2011 schließlich schuf der Zweckverband Tatsachen. Den Auftakt bildete der Anschluss der Wöbbeliner Funkamtssiedlung im Februar an das zentrale Abwassernetz. Mitte des Jahres urteilte der zweite Senat des Greifswalder Oberverwaltungsgerichts, dass die Gemeinde die Bautätigkeit des Zweckverbandes auf ihrem Gebiet dulden muss. Seit Ende 2011 nun ist bereits rund die Hälfte des Dorfes an die zentrale Abwasserentsorgung angeschlossen.

"Wollen Sie uns eine zentrale Abwasserleitung aufzwingen?", fragte Bürgermeisterin Viola Tonn auf der Verbandsversammlung am Montag. Und sie mahnte, dezentrale Lösungen angesichts des wachsenden Bevölkerungsschwundes zuzulassen.

Mitglieder der Verbandsversammlung unterstrichen, Wöbbelin keine Steine in den Weg legen zu wollen. Indessen geht es den Gemeindeoberen in erster Linie um das Wohl der eigenen Kommune. Und da brachte es die Dömitzer Bürgermeisterin Renate Vollbrecht auf den Punkt, indem sie auf das Solidarprinzip pochte. Keiner kann nämlich bisher sagen, ob der Austritt Wöbbelins langfristig zu Gebührenerhöhungen bei den anderen Verbandsmitgliedern führen würde. Entsprechenden Wöbbeliner Bekundungen traute die überwiegende Mehrheit der Verbandsversammlung nicht. Auf Nachfrage der Zierzower Bürgermeisterin Cornelia Wiedow bestätigte Verbandsgeschäftsführer Stefan Lange, dass Wöbbelin bisher kein schlüssiges Abwasserbeseitigungskonzept habe und darum auch keine Stellungnahme des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) vorliege.

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