Neustadt-Glewe : Außer dem Vertrag gibt es nichts

Der Kaufvertrag über das für Neustadt-Glewe gedachte Algenproduktionsmodul.
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Der Kaufvertrag über das für Neustadt-Glewe gedachte Algenproduktionsmodul.

Anleger aus Nordrhein-Westfalen kaufte bei der ALPAG Modul für Algenproduktion und dachte, es ist in Neustadt-Glewe in Betrieb

svz.de von
13. November 2014, 07:00 Uhr

Der geplante Algen-Park in Neustadt-Glewe – die Sache wird immer mysteriöser. Jetzt meldete sich ein Mann aus Nordrhein-Westfalen in unserer Redaktion. Er war durch die SVZ-Berichte über den geplanten Beginn der Algenproduktion in Neustadt-Glewe auf die Probleme aufmerksam geworden – und ist äußerst beunruhigt. Kein Wunder, denn er dachte, in Neustadt werden längst Algen hergestellt.

„Ich habe im August 2013 bei der Algen-Parks AG, also der ALPAG, in Berlin ein Algenproduktionsmodul gekauft“, berichtet Peter S.* „Laut Kaufvertrag sollte das Modul auf dem Grundstück an der Laascher Straße in Neustadt-Glewe in einem 5000 Quadratmeter großen Algenpark aufgestellt werden.“ Der Kaufpreis betrug 35 652,40 Euro. Laut Nutzungsvereinbarung sollte das Algenproduktionsmodul durch den Käufer (Peter S.) dem Verkäufer (ALPAG) zur Anzucht von hochreinen Mikroalgen zur Verfügung gestellt werden. Peter S.: „Seit Oktober 2013 erhielt ich von der ALPAG eine vertraglich festgelegte Nutzungsentschädigung in Höhe von 300 Euro monatlich. Deshalb war ich auch fest davon überzeugt, das Modul würde bereits in Neustadt-Glewe produzieren.“

Nachdem er in der SVZ von dem immer noch nicht erfolgten Produktionsbeginn (geplant war August) gelesen hat, wurde Peter S. misstrauisch. Jetzt fragt er sich, ob es das von ihm gekaufte Modul überhaupt gibt und, wenn ja, wo es steht. Zumal die ALPAG trotz wiederholter Aufforderungen seit August 2014 auch keine Nutzungsentschädigung mehr zahlt. „Ich habe mehrfach bei der ALPAG angefragt, wurde jedoch nur vertröstet.“

Peter S. hat inzwischen einen Rechtsanwalt eingeschaltet und jetzt bei der Polizei Anzeige wegen Verdachts des Warenbetrugs erstattet. „Ich hatte damals von dem ALPAG-Vorhaben in Neustadt-Glewe erfahren und wollte mein Geld sinnvoll anlegen. Das mit den Algen ist doch eigentlich eine gute Sache. Jetzt fürchte ich um mein Geld“, stöhnt Peter S.

SVZ wollte am Mittwoch die ALPAG in Berlin um eine Stellungnahme bitten. Doch dort war lediglich ein Anrufbeantworter geschaltet. Auf eine entsprechende E-Mail-Anfrage wurde bis zum Redaktionsschluss nicht reagiert.

Neustadt-Glewes Bürgermeister Arne Kröger hatte bereits in der Vorwoche auf SVZ-Anfrage mitgeteilt, dass aus Sicht der Stadt die im Baulastenverzeichnis für das Grundstück an der Laascher Straße eingetragene Rückbauverpflichtung greift, weil seit mehr als drei Jahren keine Nutzungen vorliegen.

*Name der Redaktion bekannt

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