Grabow : Aussehen der Grabstelle kritisiert

Pflege der Anlage von historischer Bedeutung für die Stadt übernehmen auch weiterhin die Fünftklässler der Regionalen Schule

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12. Juni 2015, 07:00 Uhr

Ungepflegt und verwildert – so präsentiert sich dem Grabower Dr. Uwe Sonnemann die Grabstelle der Familie von Friedrich Rohr, dessen Namen die Regionale Schule in Grabow und die Straße vor dieser Schule trägt. Eine Grabstelle von historischer Bedeutung für Grabow, denn der wohlhabende Ackerbürger hat viel für die Stadt und für das Schulwesen getan. „Die Friedrich-Rohr-Schule und die Friedrich-Rohr-Straße kennt fast jeder. Ob auch die Verdienste von Friedrich Rohr den Bürgern von Grabow bekannt sind, möchte ich bezweifeln“, so Dr. Uwe Sonnemann in seinem Schreiben an die SVZ. Einige Fakten zur Person von Friedrich Rohr finden Interessierte auf der Internetseite http://www.grabow-erinnerungen.de/seiten/denkmale/rohr/html. „Ich erwarte, dass die Grabstelle von Friedrich Rohr umgehend und dauerhaft gepflegt wird, dass die Grabsteine gereinigt werden und durch eine Hinweistafel die Bedeutung von Friedrich Rohr für die Stadt Grabow gewürdigt wird.“, so Sonnemann.

Die Pflege der Grabstelle haben schon seit Jahren die Schüler der Regionalen Schule „Friedrich Rohr“ übernommen. Die 5. Klassen sind mit diesem Projekt betraut, wie Schulleiterin Jutta Bloßfeld gegenüber SVZ mitteilte. „Wir haben schon 2007 damit angefangen, aber richtig los ging es dann nach der 100-Jahr-Feier der Schule 2008. Von da an übernehmen immer die 5. Klassen die Pflege der Grabstelle“, ergänzte Jutta Bloßfeld, die einräumen muss, dass die Arbeiten durch den Klassenwechsel in diesem Jahr etwas in Zeitverzug geraten sind. „Als uns der Brief von Dr. Uwe Sonnemann zu diesem Thema erreichte, war an der Grabstelle schon etwas gemacht worden. Der Termin, als das Schreiben in der Schule eintraf, hatte sich mit dem Zeitpunkt des Arbeitseinsatzes wohl überschnitten“, erklärte die Schulleiterin. „Unsere Schüler von der Klasse 5b haben in der Zwischenzeit schon Unkraut entfernt und Eisblumen geplanzt.“

Für die Kinder sei es sehr mühsam, auf dem Boden etwas zu machen. Hilfe hat hier die Stadt Grabow angeboten, wie Bürgermeister Stefan Sternberg bei einem Pressetermin im Rathaus informierte. Die Stadt wolle Mutterboden auffüllen und beim Bepflanzen mithelfen.

Bei der Würdigung der Verdienste von Friedrich Rohr in angemessener Weise stellt Dr. Sonnemann auch die Frage, was denn mit der Friedrich-Rohr-Stiftung geschehen sei. „Es bleibt juristisch zu prüfen, wann, durch wen und auf welcher Grundlage die Stiftung aufgelöst wurde. Es handelte sich ja unter anderem um eine Wiesen- und Hufenstiftung“, so Dr. Sonnemann.

Dazu hat Hannelore Huth, die Leiterin des Heimatmuseums Grabow, in der alten Schulchronik der Rohr-Schule etwas gefunden. „Als Folge der beiden Weltkriege wurde die Stiftung wertlos“, ist dort festgehalten. Weitergehende Informationen über die Rohr-Stiftung liegen ihr nicht vor.

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