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Bresegard bei Eldena : Ausbau der Dorfstraße holpert vor sich hin

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Loch an Loch – Landesstraße 07 in Bresegard bei Eldena ist nur noch eine Zumutung.

svz.de von
erstellt am 10.Jan.2014 | 07:00 Uhr

Ein grauer Pkw mit Hamburger Kennzeichen hält in Bresegard bei Eldena. Bürgermeisterin Heike Romann schaut aus der Haustür: Sollten das die angekündigten Baumgutachter sein? Sie schlüpft schnell in ihren Mantel und eilt hinaus in den Regen, um sich zu vergewissern. Es ist so. Die Männer sollen im Auftrag des Straßenbauamtes Schwerin überprüfen, ob sich am Zustand der Straßenbäume seit 2010 etwas geändert hat. Einer verrät noch, dass es auch darum gehe, welche Baumreihe am Ende gefällt werde. Das Thema ist ein sensibles. Seit Jahrzehnten warten die Bresegarder auf den Ausbau ihrer Ortsdurchgangsstraße. Nichts passiert.

Der Verkehr donnert durchs Dorf. Vorbei auch am Haus von Reinhard und Brunhilde Andrich. Sie haben ihr Haus in den 90er Jahren saniert. Überall zeigen sich bereits kleine und größere Risse. Ein Blick ins Haus zeigt einen großen Riss gleich neben der Eingangstür. Die Fassade ist ebenfalls bereits mit feinen Rissen durchzogen. Wenn Lkw vorbei fahren, fliegen nicht selten kleine Steine aufs Grundstück oder gar ans Fenster. Reinhard Andrich zeigt ein amtliches Schreiben aus Schwerin. Die Straße vor dem Haus weise keine erkennbaren Mängel auf, steht darin. Fassungslos geht der Blick auf die Straße, wo sich das Kopfsteinpflaster in eine Lunke nach der anderen senkt. Bürgermeisterin Heike Romann kann nur mit dem Kopf schütteln. „Unfassbar!“

Das Straßenproblem ist sicher das größte, aber nicht das einzige Ärgernis. Direkt an der Gemeindegrenze auf Karenzer Gebiet will ein Investor eine Hähnchenmastanlage errichten. Den Bresegardern liegt das quer im Magen, befürchten sie doch erhebliche Geruchsbelästigung. „Wir haben schon die Schweinemastanlage im Dorf. Nachher haben wir den ,Duft‘ bei Ost- und bei Westwind“, sagt Heike Romann.

In einem Garten steht ein Transparent gegen die Mastanlage. Dahinter lugt das Storchennest hervor. Jetzt ist es noch verwaist. Aber die Dorfbewohner freuen sich schon aufs Frühjahr, wenn Adebar wieder Wohnung nimmt im Dorf. „Trotz allem ist Bresegard lebenswert!“, unterstreicht die Bürgermeisterin. Idylle sei es, was die etwas über 200 Einwohner an ihrem Dorf schätzten. Die Senioren der Gemeinde treffen sich einmal im Monat zum Spielenachmittag im Gemeindehaus. Turn- und Sportverein, Feuerwehr sowie der Kinder- und Bastelclub seien es, die das Gemeinwesen in Bresegard ausmachten. Letzterer wird ehrenamtlich von Renate Kowalski betreut und öffnet einmal in der Woche. Die Feuerwehr ist eng mit dem Namen Gerhard Minke verbunden. Obwohl nicht mehr der Gesündeste, hält er die organisatorischen Fäden in der Hand.

Unterdessen machen die Baumgutachter ihre Arbeit weiter. Sie sind nicht die ersten. In der Vergangenheit waren andere da, die in jedes Astloch geschaut haben, ob sich darin eventuell geschützte Tiere verkrochen haben. Am Ende haben die Bresegarder nur eine Frage: Wer schützt eigentlich die Menschen?


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