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Ludwigsluster Schloss : Aus neun Räumen wird wieder einer

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Aus neun Räumen soll wieder einer werden - das sieht jedenfalls die "denkmalpflegerische Zielstellung" für die frühere Gemäldegalerie im 1. Obergeschoss des Ostflügels im Ludwigsluster Schloss vor.

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erstellt am 25.Jan.2012 | 09:58 Uhr

Ludwigslust | Aus neun Räumen soll wieder einer werden - das sieht jedenfalls die "denkmalpflegerische Zielstellung" für die frühere Gemäldegalerie im 1. Obergeschoss des Ostflügels im Ludwigsluster Schloss vor. Dazu ist nach den Worten von Schlossleiter Jörg-Peter Krohn eine "Rückbebauung" unumgänglich. Konkret bedeutet das, spätere Um- und Einbauten aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die wahrscheinlich in den Jahren zwischen 1870 und 1880 dort ausgeführt worden waren, wieder zu entfernen. Die nachträglich eingefügten Zwischenwände werden wieder herausgenommen. Ausgeführt werden diese Arbeiten von der Schweriner Niederlassung der ALBA Group, die bereits viele Erfahrungen mit Aufträgen in historischen Gebäuden sammeln konnte, darunter im Schloss Bothmer, im Schweriner Schloss und zuletzt im Weinhaus Uhle der Landeshauptstadt. Als besonders schwierig schätzt Projektleiter Frank Dambrowsky die Abrissarbeiten nicht ein, da es sich zumeist um Holzkonstruktionen in Leichtbauweise handele. Allerdings müsse man bei der Demontage sehr vorsichtig vorgehen. Diese Arbeiten werden laut Bauablaufplanung etwa drei Wochen in Anspruch nehmen und voraussichtlich Ende dieser oder Anfang nächster Woche beginnen, erklärt Dambrowsky.

Vor der Demontage stehen Schutzarbeiten auf dem Plan

Fast noch wichtiger als die eigentlichen Abrissarbeiten ist der zuvor notwendige Schutz der Außenwandverkleidungen, damit diese während dieser Bauarbeiten nicht beschädigt werden. Und genau damit haben gestern die beiden Bauleute Thomas Grunwald und Heinz-Jürgen Vogel von der Firma ALBA nach gründlicher Einweisung und Vorbesprechung begonnen. Wenn alles wie geplant funktioniert, dann dürften diese Schutzmaßnahmen Ende der Woche abgeschlossen werden. Schaut man sich dieser Tagen in den derzeit noch sehr kleinen Räumen um, dann kann man sich nur schwer vorstellen, wie einst die große Ludwigsluster Gemäldegalerie ausgesehen haben mag, als dort in der so genannten barocken Hängung viele Bilder, Rahmen an Rahmen, zu besichtigen waren - fast ohne Zwischenraum. Warum die späteren Einbauten erfolgten, kann Schlossleiter Krohn nicht genau sagen, möglicherweise hatte es mit der Eröffnung des Schweriner Museums 1883 zu tun, als vieles aus Ludwigslust dorthin gebracht wurde. Und was wird nach dem Abschluss der Bauarbeiten in dem wieder in seiner ursprünglichen Größe zur Verfügung stehenden Saal gezeigt? Laut der neuen Museumskonzeption sollen dort - "wenn alles gut läuft" - spätestens ab Frühjahr 2016 wieder Gemälde sowie Korkmodelle ihren Platz finden, sagt Krohn. Aber wie es jetzt in diese Räumlichkeiten aussieht, können sich Kunst- und Schlossfreunde schon am nächsten Mittwoch, dem 1. Februar, anschauen, wenn zum ersten Mal in diesem Jahr zum "Rendezvous auf Schloss Ludwigslust" eingeladen wird. Unter dem Motto "Hinter die Tapeten geschaut" wollen dann Restaurator Andreas Baumgart und Jörg-Peter Krohn über die aktuellen Restaurierungsarbeiten sowie zu weiteren Vorhaben im Hause informieren und dabei natürlich auch Einblicke in die neun Räumlichkeiten gewähren, aus denen bald wieder einer werden soll - die Gemäldegalerie. Beginn für dieses "Rendezvous" ist 19 Uhr.

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