Ludwigslust : Aus für Detail aus dem Stadtrelief

Auf dem Stadtrelief vor dem Rathaus gegenüber der alten Post ist der Pferdestall noch verzeichnet. Eine Erinnerungsstätte auf der anderen Straßenseite vor dem Postgebäude soll später an die Posthalterei in Ludwigslust erinnern.
Auf dem Stadtrelief vor dem Rathaus gegenüber der alten Post ist der Pferdestall noch verzeichnet. Eine Erinnerungsstätte auf der anderen Straßenseite vor dem Postgebäude soll später an die Posthalterei in Ludwigslust erinnern.

Strittiges Gebäude soll auf Beschluss der Ludwigsluster Stadtvertretung abgerissen werden / Erinnerungsstätte für Posthalterei

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12. Dezember 2014, 07:00 Uhr

Der alte Pferdestall auf dem Hof hinter dem alten Postgebäude in der Ludwigsluster Schlossstraße wird abgerissen. Das hat die Ludwigsluster Stadtvertretung am Mittwochabend mehrheitlich beschlossen. Nachdem in den letzten Tagen noch einmal Protest wegen dieses Vorhabens laut geworden war, sind nun alle Messen gesungen. Allerdings nicht sang- und klanglos, wie es zunächst ausgesehen hatte. Uwe Langmaack, Fraktionsvorsitzender der AfL – Alternative für Ludwigslust, hatte dafür gesorgt. Auf seinen Vorschlag hin enthält die Beschlussempfehlung der Stadtverwaltung nun einen neuen Passus. Es soll ein Erinnerungsort für die ehemalige großherzogliche Posthalterei entstehen. Er kommt an die Schlossstraße vor die ehemalige Post.

Hintergrund ist, dass der hintere Teil des Postgrundstücks mit Wohnungen bebaut werden soll. Dafür möchte die Stadt das Grundstück an die Wohnungsgesellschaft Vewoba verkaufen. Die nimmt es allerdings nur, wenn der Pferdestall abgerissen wird. Das soll nun geschehen. Zuvor hatte es eine Debatte um Für und Wider des Gebäudes gegeben. Stadtvertretungspräsident Helmut Schapper hatte die Anhörung des ausgewiesenen Spezialisten Ludwigsluster Bauhistorie, Norbert Ertner, genehmigt, der unter den Besuchern der Stadtvertretersitzung saß. Der Architekt hielt ein Plädoyer auf das Gebäude, das übrigens vor Jahren bei einem Architektenwettbewerb, als es um die Neugestaltung des Postensembles ging, in den Bebauungsvorschlägen mit eine Rolle spielte.

Letztlich ließ sich die Mehrheit der Stadtvertretung nicht überzeugen. Rückendeckung erhält sie durch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege. Die hält den ehemaligen Pferdestall kulturhistorisch für wenig wertvoll. Der Bau stammt aus der Zeit um 1800. Während des Neubaus des Postgebäudes 1887/88 erhielt der Pferdestall seine heutige Gestalt durch Vorblendung einer Ziegelfassade. In den 50-er Jahren des 20. Jahrhunderts entstand hier eine Verwaltungsdienststelle der Post mit Büroräumen, was weitere Eingriffe in die historische Bausubstanz zur Folge hatte. Das alles hat dazu geführt, dass die Denkmalpfleger abwinken, wenn die Rede auf den Pferdestall kommt. Die bauhistorisch bedeutsamen Objekte Wagenremise und Braunsches Haus, die Zeugnis örtlicher Postgeschichte geben konnten, sind bereits 2002 und 2005 abgebrochen worden.

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