Ludwigslust : Aus für Abwasser-Bürgerinitiative

Maria Griepentrog (r.) und Viola Tonn waren mit der Liquidation der Bürgerinitiative beauftragt worden.
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Maria Griepentrog (r.) und Viola Tonn waren mit der Liquidation der Bürgerinitiative beauftragt worden.

Zum Abschied spenden die Mitglieder für das SOS-Dorfgemeinschaft Grimmen-Hohenwieden.

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01. September 2017, 07:00 Uhr

Rund 16 Jahre lang hatte die „Bürgerinitiative gegen überhöhte Kommunalabgaben im Landkreis“ dagegen gekämpft, dass so viele Dörfer an das zentrale Abwassernetz angeschlossen werden. Jetzt ist diese Stimme endgültig verstummt. Die Liquidation des Vereins ist abgeschlossen und notariell bestätigt, die Löschung aus dem Vereinsregister beantragt. Zum endgültigen Abschied hat die Initiative nun noch einmal etwas Gutes getan.

Die Auflösung des Vereins hatte die Mitgliederversammlung vor rund anderthalb Jahren beschlossen. „Das Interesse der Mitglieder war einfach erloschen“, erklärte Maria Griepentrog. Inzwischen sind die Dörfer, die angeschlossen werden sollten, auch angeschlossen. „Es war politisch so gewollt und Wirtschaftsförderung“, sagte Griepentrog und ergänzte: Eine zentrale Erschließung würde in der Stadt rund 250 Euro pro Person kosten, auf den Dörfern sind es 2500 Euro pro Person. Aber die kleinen Gemeinden würden in der Verbandsversammlung immer überstimmt werden.

Dabei hätte es Alternativen gegeben, meinte ihre Mitstreiterin Viola Tonn und verwies auf das niedersächsische Avendshausen, das die Wöbbeliner vor Jahren besucht hatten. „Dort wurden Gruppen- und Einzellösungen kombiniert“, berichtete die Bürgermeisterin. „Wenn man durch den Ort fährt, staunt man, wie grün alles ist. Das hätte bei uns auch funktioniert, aber es war nicht gewollt.“

Maria Griepentrogs Fazit der Vereinsarbeit klingt resigniert. „Wir haben nicht wirklich gute Erfolge erzielt“, sagte die Blievenstorferin. „Zwar haben wir vor Gericht immer wieder gewonnen, aber das hatte keine Auswirkungen. Der Zweckverband ZkWAL hat seine Satzungen wieder geändert und fertig.“ Ganz so düster sieht es Viola Tonn nicht: „Wir haben die Leute darauf aufmerksam gemacht, dass sie sich wehren können. Und in einigen Fällen sind die Beitragsforderungen so erheblich niedriger ausgefallen als anfangs gefordert.“ Und man habe das Thema in die Bevölkerung getragen.

Nachdem die Bürgerinitiative alle offenen Forderungen und ähnliches beglichen hatte, blieben jetzt noch rund 5500 Euro in der Kasse. Sie resultieren aus Beiträgen und Spenden. Eigentlich sollte das restliche Geld bei Auflösung des Vereins an das SOS-Kinderdorf in München gehen. „Wir wollten aber, dass das Geld im Land bleibt“, betonte Maria Griepentrog. Und so ging es an die SOS-Dorfgemeinschaft Grimmen-Hohenwieden. Das ist eine Lebens- und Arbeitsgemeinschaft von Erwachsenen, die Lernbeeinträchtigungen haben und längerfristig auf Betreuung und Begleitung angewiesen sind. „Dort ist das Geld gut aufgehoben. Wir haben eine sehr liebevolle Atmosphäre und eine zufriedene Stimmung erlebt“, sagte Viola Tonn. Davon könne sich am 16. September auch jeder Andere überzeugen. Dann lädt die SOS-Dorfgemeinschaft zum Michaeli-Kulturfest, einem Familienfest, ein.

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