Ludwigslust : Aus Fremden werden Freunde

Norbert Wiencke (2.v.r.) und Hanka Gatter (l.) mit Landrat Rolf Christiansen (r.) beim Rundgang durch die Ausstellung.  Fotos: Mick
Norbert Wiencke (2.v.r.) und Hanka Gatter (l.) mit Landrat Rolf Christiansen (r.) beim Rundgang durch die Ausstellung. Fotos: Mick

Ausstellung des Netzwerkes für Flüchtlinge in Parchim in der Kreisverwaltung Ludwigslust eröffnet. 25 besondere Porträts sind zu sehen

von
03. August 2016, 07:00 Uhr

„Ich danke Ihnen für Ihr Kommen“, sagt der junge Mann aus Syrien auf deutsch und greift zum Instrument. Hamad Murad spielt auf der klassischen Gitarre ein Lied, als musikalische Umrahmung der Eröffnung der Ausstellung „Wenn aus Fremden Freunde werden“. Auch die junge Kurdin Gulperi faszinierte die Gäste mit ihrem Spiel auf der Geige, anschließend brachten auch Anna-Magdalena Trampota aus Goldberg und ihre Musiklehrerin aus Parchim Sigrun Haß zwei Stücke zu Gehör.

Eine gelungene Einstim- mung auf eine ungewöhnliche, weil beeindruckende Exposition, die aktuell im Foyer der Kreisverwaltung Ludwigslust in der Garnisonsstraße zu sehen ist. Unter dem Titel „Wenn aus Fremden Freunde werden – Unser Zuhause Parchim“ sind Bilder entstanden, die jeweils aus zwei Gesichtern bestehen. Diese Fotomontagen zeigen einen Flüchtling und einen Parchimer Bürger, die zu einem Foto zusammenschmelzen. Geboren wurde die Idee in Solingen von der Studentin Ilayda Sayilgan. Das Projekt führte die Initiatoren nach Düsseldorf und jetzt nach Parchim und Ludwigslust.

Dieses Projekt entstand in Kooperation mit dem Netzwerk für Flüchtlinge in Parchim, bei der Eröffnung der Präsentation waren am Montagabend Hanka Gatter und Projektkordinator Norbert Wiencke zugegen. Anerkennende Worte gab es von Landrat Rolf Christiansen. „Es sind tolle Fotos, Menschen wie Du und Ich. Menschen aus einer Stadt von uns und aus einem anderen Land. Viele Menschen im Landkreis engagieren sich, haben Flüchtlinge aufgenommen, die aus ganz schwierigen Situationen zu uns gekommen sind. Die den Tod befürchten müssen, die Armut erleben, Unterdrückung, Gewalt, die vor Krieg geflohen sind und die bei uns eine sichere Zuflucht gefunden haben“, so der Landrat. „Um entweder für immer bei uns zu bleiben oder zurückzugehen in ihr Land und beim Aufbau ihrer Heimat zu helfen.“

Bei uns, so der Landrat weiter, werde Integration groß geschrieben und er dankte in diesem Zusammenhang all jenen, die sich vor Ort ehrenamtlich engagieren. Diese Ausstellung, die bereits im Stadthaus und im Landratsamt Parchim zu sehen war, soll einen Beitrag dazu leisten, die Integration zu befördern, damit das Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen Kulturen gelingen kann. „Auf unseren Aufruf zu dieser Aktion hatten wir eine große Resonanz“, freut sich Norbert Wiencke. „Bis Januar 2016 hatten wir 70 Leute porträtiert, aber leider eigneten sic nicht alle für dieses Fotoprojekt“, sagte Norbert Wiencke. „Letztlich hat Fotograf Steffen Struck die Personen in Szene gesetzt und 50 Gesichter im Foto bearbeitet. 25 Porträts sind entstanden“, so der Koordinator beim Netzwerk für Flüchtlinge in Parchim. „Die Mitglieder unserer Initiative, die sich im August 2015 in den Räumen der St. Mariengemeinde Parchim gegründet hat, engagieren sich ehrenamtlich und hauptamtlich in der Flüchtlingshilfe in Parchim und der näheren Umgebung“, ergänzt Hanka Gatter. „Von den rund 100 Personen, die unserer Initiative derzeit angehören, sind etwa 20 bis 30 täglich aktiv. Auch viele Flüchtlinge arbeiten bei uns mit und bringen sich bei den verschiedenen Angeboten mit ein.“ Damit Integration zwischen den Einheimischen und Flüchtlingen gelingen kann.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen