Ludwigslust : Aus einer Bierlaune zum Start-up

Steffen Janka (li,) Raimo Reincke (re.) und ihr Kumpel Michael Schütt gründeten im Januar 2016 das Unternehmen „Braumanufaktur GmbH & Co KG“. Fotos: Hennes
Steffen Janka (li,) Raimo Reincke (re.) und ihr Kumpel Michael Schütt gründeten im Januar 2016 das Unternehmen „Braumanufaktur GmbH“. Fotos: Hennes

Drei Freunde gründen die Braumanufaktur Ludwigslust und sind selbst überrascht, wie ihre Idee einschlägt. Erste Gäste kosten morgen

svz.de von
27. April 2017, 21:00 Uhr

Jung. Wild. Und voller Lust auf Ludwigslust. So gut wie sich Herzog Christian Ludwig vor 300 Jahren in Ludwigslust fühlte – so gut soll heute auch das Bier aus der Stadt schmecken. Voraussichtlich im Mai wird in einem Nebengebäude der Orangerie neben dem Schlosspark die Ludwigsluster Braumanufaktur entstehen. Der Kaufvertrag für Haus und Grundstück ist schon unterschrieben, jetzt warten die drei Gründer Steffen Janka, Raimo Reincke und Michael Schütt auf die Baugenehmigung.

Eineinhalb Jahre ist es her, als die drei am Abend zusammensaßen und aus einer Laune heraus plötzlich die Idee vom eigenen Bier im Raum stand. „Wir wollten ein tolles Produkt, das aus dem einheitlichen Biergewäsch heraus sticht“, sagt Raimo Reincke aus Groß Laasch. Der 46-Jährige braut schon lange zu hause in einem kleinen 30-Liter-Kessel Bier für den Privatgebrauch. „Wenn ich im Urlaub bin, dann frage ich in den Restaurants vor Ort immer nach dem lokalen Bier. Das schmeckt einfach am besten.“

Ein Bier aus Ludwigslust – da sind sich die drei Freunde einig – wäre auch für die Stadt ein enormer Imageträger.

Schnell sollte aus der fixen Idee ein Plan und schließlich ein Projekt werden. Denn zufällig trafen Reincke und Janka wenig später auf Harry Erchen. Der Braumeister aus Groß Gievitz hatte erst kürzlich den Preis für das beste Bier Mecklenburg-Vorpommerns gewonnen. „Dass wir ihn für unsere Sache begeistern konnten, ist ein Glücksfall“, sagt Reincke. Seit Anfang letzten Jahres nun braut der 60-Jährige in der kleinen Brauerei bei Waren das Ludwigsluster Bier. Sieben Sorten sind es aktuell: vom in Whiskeyfässern gereiften hochprozentigen Whiskeybier „LustTrunk“ bis zum fruchtigen Pils „LustHopfen“. Das Bier vertreibt die Manufaktur bisher nur online über facebook. Die Resonanz überrascht selbst die Gründer: Allein um die Weihnachtszeit waren schnell 1000 Liter verkauft. Ludwigs Bier werde bereits in Restaurants angeboten, zurzeit stehe man in Verhandlung mit einem örtlichen Getränkehändler.

„Wir lernen gerade laufen“, sagt Steffen Janka, der Geschäftsführer der Ludwigsluster Braumanufaktur. „Es macht Spaß und wir haben richtig Bock drauf.“ Noch helfen Freunde und die Familie beim Etikettieren der Flaschen. Noch fährt der Geschäftsführer persönlich das Bier zum Kunden. Noch arbeiten die drei Gründer in ihren ursprünglichen Berufen. Aber alle träumen den gleichen Traum: ein gutes Bier in der Region für die Region zu brauen - vielleicht später sogar mit Hopfen und Gerste aus eigenem Anbau. Auch Kultur will die Braumanufaktur bieten – mit wechselndem Programm an den Wochenenden in der gläsernen Orangerie.

Morgen verkosten Park-Spaziergänger

Vor der Orangerie endet morgen auch der Parkspaziergang des Schlossfördervereins mit dem Mecklenburger Drehorgelorchester. Zwischen 13 und 14 Uhr können die Spaziergänger hier die verschiedenen Sorten von Ludwigs Bier probieren.

Offiziell eröffnet wird die Braumanufaktur Ludwigslust voraussichtlich im Sommer. Wenn der Bau im Mai beginnen kann, fließt im August das erste Bier.

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