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Ludwigsluster Tageblatt

21. November 2017 | 09:20 Uhr

Neustadt-Glewe : Aus Brauerei wurde Schlachthaus

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Hobbyforscher Gerhard Düker arbeitet derzeit an einer Chronik über Straßenzüge in Neustadt-Glewe

von
erstellt am 06.Jan.2015 | 07:00 Uhr

Alte Fotos, Plakate, Wimpel und Ordner voller historischer Dokumente: Gerhard Dükers Domizil in Neustadt-Glewe gleicht einem Museum. Jedenfalls, was sein Arbeitszimmer und Teile des Hausflurs betrifft. Kein Wunder, denn der heute 62-Jährige befasst sich schon seit 1973 mit der Geschichte Neustadt-Glewes, wohin er 1960 mit seinen Eltern gezogen war.

Aktuell arbeitet Gerhard Düker zweigleisig: Einmal an der Erweiterung seines 2008 erschienenen Buches über die Bürgermeister und Ratsherren der Stadt. Und dann an einer Chronik über die Straßenzüge Neustadt-Glewes. Allerdings legt Düker großen Wert darauf, dass die Beschäftigung mit der Geschichte für ihn keine Arbeit ist. „Es ist mein Hobby. Wenn ich mal keine Lust habe, lasse ich es eben für einige Zeit sein.“

Das Buch über die Bürgermeister und Ratsherren will Gerhard Düker vor allem um die DDR-Zeit erweitern. „Die war in dem Buch etwas zu kurz gekommen“, meint er.

Für die Geschichte der Neustädter Straßen hat Gerhard Düker bereits über 1700 Fotos zusammen getragen, ca. 350 Seiten im Ordner abgeheftet. Er legt großen Wert darauf, in der Chronik alte und neue Fotos von ein- und denselben Straßen oder Häusern gegenüberzustellen. Natürlich nur, wenn entsprechendes Material zur Verfügung steht. „Viele Fotos oder Dokumente haben mir Neustädter gegeben. Wobei ich sie stets bitte, die Originale zu behalten und mir, wenn möglich, Kopien zu überlassen“, sagt Düker.

Seine Ergebnisse hinsichtlich der Straßen stellt er regelmäßig unter anderem in den Seniorenheimen und im Betreuten Wohnen vor. Unterstützung bekommt er dabei von Rita Warnecke, die wie Düker Mitglied im Heimatverein ist. „Gerade bei diesen Veranstaltungen gibt es von älteren Neustädtern oft wertvolle Hinweise, denen ich dann nachgehe“, so Düker.

Wie gesagt, geht der Hobbyforscher bei der Straßenchronik auch speziell auf einzelne Gebäude ein.

So erfahren seine Zuhörer zum Beispiel, dass die Brauerei in Neustadt-Glewe 1891 gegründet wurde und ein Jahr später in Produktion ging. Rund 25 Jahre später folgte der Konkurs. In der Folge wurde die Brauerei unter anderem auch als Schlachthaus genutzt.

Ebenso interessant ist der Fakt, dass am 16. März 1905 der Gewerbeverein die Gründung einer Molkereigenossenschaft mit 86 Mitgliedern bekannt gab und der Baubeginn der Molkerei auf 1906 datiert wurde.

Seine Hobbyarbeit würde auch durch eine sehr gute Zusammenarbeit mit dem Archiv des Landratsamtes in Ludwigslust erleichtert, betont Düker. „Dafür möchte ich der Archivarin Veronika Herbst ganz herzlich danken.“

Bei dieser Gelegenheit verrät Gerhard Düker auch, dass er die Chronik der Straßenzüge dem Archiv übergeben wird. „Wenn ich irgendwann einmal mit meiner Hobbyforschung aufhöre, wird das Archiv auch alle anderen Dokumente bekommen, die ich im Laufe der Zeit zusammengetragen habe. Dort kann ich sicher sein, dass das Material der Öffentlichkeit zugänglich bleiben wird.“

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