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Ludwigsluster Tageblatt

18. November 2017 | 09:38 Uhr

Ludwigslust : Aufschrei der „Dezentralen“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Drastische Erhöhung der Gebühren für Kleinkläranlagen im Zweckverband ZkWAL sorgt für Unmut einiger Bürgermeister

svz.de von
erstellt am 15.Dez.2015 | 16:34 Uhr

Die Verbandsversammlung des Wasser- und Abwasserzweckverbandes Ludwigslust (ZkWAL) hatte wenig von vorweihnachtlicher Harmonie, auch wenn sich die Verbandsmitglieder im Anschluss noch zum Essen trafen.

Zunächst war die Wöbbeliner Bürgermeisterin Viola Tonn mit ihrem Antrag gescheitert, die Gebührenkalkulation für die Schmutzwasserentsorgung von der Tagesordnung zu nehmen. „Zu vieles ist hier noch zu besprechen“, hatte sie mit Blick auf die geplante drastische Erhöhung der Gebühren für die dezentrale Entsorgung angemerkt. Die Mehrheit der Verbandsmitglieder folgte den Argumenten des Verbandsvorstehers Peter Warnecke, ohne die Kalkulation könne überhaupt kein neues Wirtschaftsjahr begonnen werden. Für weiteres Befremden bei einigen Bürgermeistern sorgte, dass Vorstandsmitglied Dr. Olaf Hinrichs aus Göhlen keine Ausnahme von der Redezeitbegrenzung bekam. Er wollte nachweisen, dass die Argumentation zur Gebührenerhöhung auf tönernen Füßen steht. Fünf Minuten wurden ihm zugestanden.

Der Leussower Bürgermeister Steffen Gladewitz konnte mit seinem Ärger nicht mehr hinter dem Berg halten. Er verließ unter Protest die Verbandsversammlung, bevor sie überhaupt richtig begonnen hatte.

Die kleine Gemeinde Leussow gehört zu denen, die dezentral entsorgen. Die Grundstücksbesitzer sehen sich ab 1. Januar mit einer Erhöhung der Grundgebühr um 50 Prozent von 48 auf 72 Euro und der Entsorgungsgebühr um 74 Prozent von 23,81 Euro pro Kubikmeter auf 41,40 Euro pro Kubikmeter konfrontiert. Demgegenüber steigen die Gebühren für die zentrale Entsorgung nicht.

„Wir haben als kleine Gemeinden doch überhaupt kein Mitspracherecht. Als es damals hieß, den Verband zu stützen, haben wir genauso bezahlt wie die zentral entsorgenden Gemeinden. In der Ämterbereisung hat der Geschäftsführer versprochen, dass das Gebührenthema noch einmal im Vorstand behandelt wird. Das ist nicht passiert“, so Steffen Gladewitz gestern verärgert am Telefon. Auch der Göhlener Bürgermeister Helmut Seyer hatte bereits in der vergangenen Woche auf diese Problematik aufmerksam gemacht (SVZ berichtete).

Geschäftsführer Stefan Lange versuchte zu erklären, warum zum Beispiel die Kapazitätsvorhaltung für Kleinkläranlagen auf der Kläranlage Neu Kaliß so hoch sein muss. Sie beträgt dort 14 940 Kubikmeter. Die Anlieferung 2014 betrug gerade einmal 1949 Kubikmeter. Letztlich blieb Unverständnis bei den dezentralen Entsorgern.

Letztlich beschloss die Verbandsversammlung die Neufassung der Gebührensatzung für die Schmutzwasserbeseitigung so, wie sie als Vorlage eingebracht worden war. In der Verbandsversammlung haben die Gemeinden mit 68 Prozent die Mehrheit, die ihre Abwässer zentral entsorgen.

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