leussow : Aufbruch zu einem neuen Weg

Melanie Ludwig in der Leussower Kirche.
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Melanie Ludwig in der Leussower Kirche.

Pastorin Melanie Ludwig aus der Verbundenen Kirchengemeinde Leussow-Redefin wird am Sonntag im Gottesdienst verabschiedet

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25. Juli 2015, 07:00 Uhr

„Sie ist eine, die Brücken bauen kann. Wir werden unsere Pastorin vermissen. Aber für sie beginnt persönlich ein neuer Lebensabschnitt. Das gönnen wir ihr von Herzen.“ Heinz Ruckick ist Kirchenältester in Leussow und er findet diese netten Worte über Melanie Ludwig. Die 42-Jährige sitzt quasi schon auf gepackten Koffern. Sie wird nicht nur das Dorf, sondern vor allem ihre Kirchengemeinde vermissen.

„Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, gesteht die Pastorin freimütig. Sie blickt ein wenig versonnen durch das Kirchenschiff. „Es ist schon ein bisschen komisch“, sagt Melanie Ludwig. „Das alles hier werde ich demnächst verlassen.“

Für die Seelsorgerin eröffnen sich bald neue Horizonte. Sie wird heiraten und möchte dann in der Nähe ihres Ehemannes arbeiten. Sie kann das auf ihrer neuen Stelle als Tourismuspastorin in Neustrelitz an der Mecklenburgischen Seenplatte. Auf die neue Aufgabe freut sie sich. Es gibt dort zum Beispiel einen 250 Kilometer langen Pilgerweg. Menschen, die darauf unterwegs sind, bewegen viele Gedanken und Fragen – woraus jede Menge seelsorgerlicher Gesprächsbedarf entsteht.

Im März 2010 hat Melanie Ludwig ihre Stelle als Pastorin in Leussow angetreten. Es ist eine Verbundene Kirchengemeinde. Auch Redefin gehört dazu. Als Regionalpastorin war sie ebenfalls tätig und als solche Ansprechpartner für ihre Kollegen aus anderen Gemeinden.

Die Aufgaben eines Gemeindepastors sind vielseitig. Er oder sie ist Verkündiger des Wortes Gottes, Seelsorger und Verwalter obendrein. Alle Aufgabenbereiche hat Melanie Ludwig mit all ihrer Kraft und Fähigkeit ausgefüllt. Dennoch gesteht sie freimütig, doch am liebsten Seelsorgerin gewesen zu sein. Trotzdem dies nicht immer einfach ist. „Besonders nach schweren persönlichen Einschnitten haben die Menschen das Bedürfnis zu reden und das ist gut so. Auch wenn ich im Gebet die Konflikte und Sorgen abgeben kann – manche Dinge haben mich noch Tage lang beschäftigt“, erzählt die Pastorin, ohne ins Detail zu gehen. Seelsorgegespräche bleiben selbstverständlich geheim.

Auf die Frage, was sie am meisten vermissen wird, wenn sie Leussow verlässt, muss Melanie Ludwig nicht lange überlegen. „Es sind die Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind. Sie werden mir fehlen“, sagt sie.

Am morgigen Sonntag um 14 Uhr ist in der Leussower Kirche ihr letzter Gottesdienst. Aus Parchim wird Propst Dirk Sauermann dabei sein und sicherlich viele Gläubige. Denn ein wenig Ungewissheit bleibt den Menschen. Die Leussower und Redefiner wollen eine Verbundene Kirchengemeinde bleiben. „Es ist schön zu beobachten, wie sie im Laufe der Jahre immer mehr zusammenwachsen – Schritte aufeinander zugehen“, freut sich die Pastorin.

Bis eine neue Pastorin bzw. ein Pastor berufen wird, füllt Pastor Markus Holmer aus Lübtheen die Vakanz aus.

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