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Ludwigsluster Tageblatt

18. November 2017 | 11:35 Uhr

Wöbbelin : Auf Spurensuche im alten Gasthof

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Viertklässler aus Wöbbeliner Grundschule besuchten im Rahmen ihres geschichtlichen Forschungsprojekts 81-jährigen Albert Marten

von
erstellt am 02.Nov.2017 | 07:00 Uhr

„Wie kamen Sie früher zur Stadt?“ „Wo holte man sich Geld?“ Wie haben Sie Ihre Freizeit gestaltet?“ Die Schülerinnen und Schüler hatten viele Fragen. Albert Marten beantwortete sie alle.

Spurensuche in Wöbbelin: Die Viertklässler der Grundschule arbeiten derzeit an einem Forschungsprojekt zur Geschichte des Dorfes. Sie sprechen mit Einwohnern, suchen historische Fotos und Dokumente, recherchieren auch im Archiv der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin.

Ein altes Foto brachte sie jetzt auf die „Spur“ von Albert Marten. Der heute 81-Jährige verbrachte seine Kindheit in Wöbbelin, lebt noch heute hier. Gestern besuchten die Kinder zusammen mit ihrer Klassenleiterin Margrit Siwik und der Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin, Ramona Ramsenthaler, Albert Marten. Zu dem Foto konnte er einiges berichten. „Zu sehen ist der um 1905 gegründete Radfahrverein vor dem Gasthof von Paul Wienke. Das Foto könnte eventuell zum 25-jährigen Bestehen des Vereins entstanden sein.“

Die Viertklässler erfuhren weiter, dass Gasthofbetreiber Paul Wienke der Opa von Albert Martens Ehefrau Hannelore war. Noch heute gehört das Haus unmittelbar an der L072 offiziell Hannelore Marten. Und so konnte Albert Marten, der ein paar Häuser weiter wohnt, gestern natürlich einiges über die Historie des Gebäudes sagen. Die Kinder durften auch in den großen Saal. „Hier hat damals sogar der alte Radfahrverein geübt, ist mit den Fahrrädern über das Parkett geradelt, hat mir mein Vater erzählt“, so Albert Marten. „Und die meisten Radler waren im Gesangsverein und haben hier ebenfalls geprobt.“

Schon beim Betreten des Saales rief Klassenleiterin Margrit Siwik, die das Forschungsprojekt betreut, aus: „Toll, noch genauso wie früher. Auf der Bühne haben wir als Schüler oft Theater gespielt. Und zur Disco war ich auch ganz oft hier.“ Angesichts der Sauberkeit in dem einstigen Gasthof samt Saal (die Tische stehen noch, wie einst, ausgerichtet um die Tanzfläche, darauf die Stühle) meinte Margrit Siwik: „Ich war bestimmt 30 Jahre lang nicht mehr hier drin. Mit einem solchen Anblick hätte ich nie gerechnet.“ Mit einem Schmunzeln meinte Albert Marten: „Auch wenn das Ganze hier längst nicht mehr genutzt wird, fegen wir hier öfter und haben vor einigen Wochen sogar den Fußboden gebohnert.“ Apropos Tanz. „Zu DDR-Zeiten kamen die Leute von sonstwo hierher, sogar Soldaten aus Stern Buchholz. Da waren dann oft 300 und mehr Menschen hier“, erinnert sich Albert Marten.

Wie gesagt, hatten die Kinder viele Fragen. Frida zum Beispiel wollte wissen, welche selbstständigen Handwerker es früher in Wöbbelin gab. „Unter anderem eine Schmiede, eine Stellmacherei und eine Mühle sowie einen Bäcker“, wusste Albert Marten. Lea fragte, wo denn die Post gewesen sei. Und so musste Albert Marten gestern diese und noch viele weitere Fragen beantworten. Für die Kinder ein Nachmittag, der sie bei ihren Forschungen zur Geschichte Wöbbelins erneut voran brachte.

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