Grabow : Auf Patrouille gegen Müllsünder

Umweltskandal nahe Grabow: Unbekannte haben an drei Stellen in einem Privatwald bei Kremmin jede Menge Müll und Bauschutt hingekippt. Die Kripo ermittelt.
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Umweltskandal nahe Grabow: Unbekannte haben an drei Stellen in einem Privatwald bei Kremmin jede Menge Müll und Bauschutt hingekippt. Die Kripo ermittelt.

Stadt Grabow wird verstärkt mit Mitarbeitern des Ordnungsamtes und dem Stadtförster in Forst und Flur kontrollieren

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08. April 2015, 07:00 Uhr

Der Wald wird immer mehr als Müllabladeplatz missbraucht, in Feld und Flur entsorgen unverbesserliche Zeitgenossen illegal ihren Unrat und Dreck – diese negative Entwicklung ist auch vermehrt in den Forsten rund um die Stadt Grabow zu beobachten. „Im Grabower Stadtwald und in Privatwäldern sind in den letzten Tagen und Wochen immense Ablagerungen von Haus- und Gewerbemüll sowie von Bauschutt wie alten Dachrinnen und Fenstern festzustellen“, sagte Bürgermeister Stefan Sternberg im Gespräch mit der SVZ. „In einer Sache konnte selbst die Adresse eines Verursachers ermittelt werden. Wir haben das zur Anzeige gebracht“, ergänzt der Bürgermeister und verweist darauf, dass es in schweren Fällen eine Strafe bis zu 50    000 Euro für den Umweltfrevler geben kann.

Bei Kremmin nahe Grabow hatten vor einigen Tagen unbekannte Täter offenbar eine ganze Wagenladung Müll in die Landschaft gekippt. Darunter befanden sich auch gefährliche Stoffe, die in einem Waldstück sowie auf umliegenden Flächen entdeckt wurden. Neben Abfällen, die von einer Haussanierung stammen dürften, fand die Polizei unter anderem auch Behälter mit Altöl, Teer, Farbdosen sowie Asbestplatten. Die Polizei konnte am Tatort Spuren sichern. „Im Zuge der Ermittlungen haben wir einen Hinweis gefunden, dem wir nachgehen. Aber die Ermittlungen der Kriminalpolizei in dieser Sache dauern noch an“, war gestern vom Sprecher der Polizeiinspektion Ludwigslust, Klaus Wiechmann, zu erfahren.

„Seitens der Stadt werden wir jetzt in den Waldgebieten verstärkt Patrouillen fahren. Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der Stadtförster werden dabei alles genau in Augenschein nehmen. Leute, die dort anzutreffen sind, werden die Kontrollkräfte aufmerksam beobachten und sich auch Kennzeichen von Fahrzeugen notieren. Dabei werden in die Kontrollen auch die Containerstellplätze im Stadtbereich mit einbezogen.“

Auch an den neun kommunalen Stellplätzen der Stadt wird immer etwas dazu gestellt, was dort nicht hingehört. Das sind Abgabestellen für Wertstoffe, wenn jemand Sperrmüll hat, sollte er sich über Möglichkeiten der Entsorgung im Abfallratgeber des Landkreises informieren, dort stehen die Sperrmüllabfuhrtermine. Des Weiteren sollten die Bürger die öffentlichen kostenlosen Abgabestellen nutzen, so gibt es diese für Garten- und Grünabfälle auch in Grabow. Zudem ist das Schadstoffmobil des Landkreises unterwegs. „Es ist unverantwortlich, 40 Meter in den Wald hineinzufahren und seinen Müll dort abzukippen“, äußert sich der Bürgermeister entsetzt über die Ausmaße dieser Vergehen. „Aber die ersten Verursacher sind bereits ermittelt, das weitere Vorgehen liegt beim Landkreis, der dafür laut Abfallgesetz zuständig ist“, so Wolfgang Kann, 1. Stadtrat und Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Grabow. „Wir alle müssen wachsam sein und uns mit offenen Augen in Natur und Umwelt umsehen. Denn für die Entsorgung des Unrats müssen Steuergelder aufgewandt werden, um das zu beräumen.“

Eigenen Schmutzecken in Grabow will die Stadtverwaltung nun energisch zu Leibe rücken. Dazu gehört der Garagenkomplex in der Berliner Straße, der von der Stadt bis Ende des Jahres beräumt werden soll.

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