Amtsgericht Ludwigslust : Auf fremde Räder getreten und uriniert

<strong>Der Tritt gegen ein Fahrrad</strong> kann vor dem Richter enden, wie ein junger Dömitzer erfahren musste. <foto>Harald Schulz </foto>
Der Tritt gegen ein Fahrrad kann vor dem Richter enden, wie ein junger Dömitzer erfahren musste. Harald Schulz

Was dem einen zum Schaden, ist dem anderen zu Nutze - so geschehen gestern bei der Hauptverhandlung wegen gefährlicher Körperverletzung. Auf der Anklagebank sollten gleich drei junge Männer aus Dömitz sitzen.

svz.de von
04. Juli 2012, 05:50 Uhr

Ludwigslust | Was dem einen zum Schaden, ist dem anderen zu Nutze - so geschehen gestern bei der Hauptverhandlung wegen gefährlicher Körperverletzung im Amtsgericht Ludwigslust. Auf der Anklagebank sollten gleich drei junge Männer aus Dömitz vor Richter Rehbein sitzen, die im April vergangenen Jahres in Dömitz ein Damenfahrrad und ein Mountainbike demoliert, darauf uriniert und in einem Fall das Rad dann weggeworfen hatten. Zwei der jungen Männer sollen darüber hinaus handgreiflich geworden sein.

Es ist dem Umstand zu verdanken, dass der bis zum Verhandlungsauftakt für Staatsanwalt Leuschner als Angeklagter geltende Florian F. in der neuen Hauptverhandlung nur noch als Zeuge Frage und Antwort stehen muss. Er vergriff sich "nur" an einem Fahrrad. Gestern wurde dem 21-jährigen Dömitzer die Chance gegen eine Auflage von 100 Euro eingeräumt, dass sein Lebensweg unbefleckt von Strafsachen bleibt. Ihm zu Gute gehalten wurde, dass er einsichtig war und einem Geschädigten das Zweirad wieder repariert hatte. Seine Unvernunft, wie er es selbst eingestand, werteten Richter, Staatsanwalt und die Jugendgerichtshilfe als eine "sehr dumme Idee", die für ihn schlimm hätte ausgehen können, was glücklicherweise ausgeblieben ist.

Dass Florian F. mit dem so genannten blauen Auge davongekommen ist, verdankt er dem Mitangeklagten Sebastian W., der dem dritten Angeklagten, Ronny Sch., bereits vor dem Verhandlungstermin mit auf den Weg gegeben hatte, dass er erst gar nicht erscheinen werde, wie das Gericht zu hören bekam. Richter und Staatsanwalt zogen daraus ihre Schlüsse und werden sich mit dem Fortgebliebenen in jedem Fall vor Justitia wiedersehen. Erst einmal wurde das Verfahren wegen der Tätlichkeit abgetrennt.

Völlig grundlos hätte das Tätertrio die beiden Fahrräder der mit anwesenden, jugendlichen Besitzer traktiert, was Florian F. zugab. Gestern wusste der junge Mann nicht einmal, weshalb er überhaupt mitgemacht hatte. Diese Chance, so Richter Rehbein, bekomme der junge Mann wohl nicht noch einmal. Die Schuld zahlt er in zwei Raten.

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