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Ludwigslust : Auf der Straße über die Neugestaltung diskutiert

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Ausbau des Weges In den Kohlhöfen geplant: Anlieger konnten dem Bauamt ihre Vorstellungen mitteilen.

von
erstellt am 10.Okt.2014 | 17:31 Uhr

Wieviel Straße darf es denn sein? Mit dieser eher ungewöhnlichen Frage wandte sich Jens Gröger, Fachbereichsleiter Tiefbau bei der Stadtverwaltung Ludwigslust, an die Anlieger der Straße In den Kohlhöfen. Der Ausbau dieser noch unbefestigten Trasse zwischen Rudolf-Tarnow-Straße und Fritz-Reuter-Straße ist im Entwurf des städtischen Haushaltsplanes für 2015 vorgesehen. Um die Meinung der Anwohner herauszufinden, hatte Jens Gröger diese aber nicht zu sich ins Rathaus eingeladen. Er war zu ihnen gegangen. Bei einer Bürgerwerkstatt erläuterte er ihnen direkt auf der Straße das Vorhaben, beantwortete Fragen und  fragte die Anlieger nach ihren Wünschen.

Will man eine Fahrbahn, die durch Hochborde baulich vom Gehweg getrennt ist, oder eine Mischverkehrsfläche, die alle Verkehrsteilnehmer gemeinsam nutzen? Bei dieser grundlegenden Frage war gleich die aktive Mitarbeit der Bürger gefragt. Sie durften an der Tafel pinkfarbene Punkte auf das von ihnen favorisierte Prinzip kleben. Am Ende plädierten 13 Frauen und Männer für die Trennung, sieben für das Mischsystem ohne Borde.

Dirk Friedriszik, Mitglied im städtischen Wirtschaftsausschuss und nicht In den Kohlhöfen wohnend, warnte vor dem Mischsystem. „Wir haben in der Ludwigsluster Straße in Techentin eine reine Pflasterfläche, farblich etwas abgetrennt. Immer häufiger gibt es dort Fahrzeugführer, die denken, sie wären auf der Autobahn. Das Gefahrenpotenzial ist sehr, sehr hoch.“ Er hätte sich gewünscht, dass dort etwas getan worden wäre, um die Geschwindigkeit zu begrenzen.

Bauliche Möglichkeiten gäbe es – Aufpflasterungen mit Fahrbahneinengung beispielsweise. „Damit würde ich gleichzeitig die Straße für Leute, die nicht hier wohnen, unattraktiv machen“, erklärte Jens Gröger. Er machte aber auch keinen Hehl aus möglichen negativen Effekten, etwa dass nach der Aufpflasterung ordentlich Gas gegeben wird. Trotzdem fand sich – gemessen an den geklebten Punkten – erst einmal keine Mehrheit dafür.

Das sah bei der Frage der Oberflächengestaltung ganz anders aus. Nur ein Anlieger sprach sich für Asphalt aus, der große Rest für Pflaster. „Keine Angst vor zu lautem Pflaster. Rollreibungsgeräusche sind vernachlässigbar“, hatte Jens Gröger zuvor betont. Auch preislich gebe es keinen Unterschied. Nicht unwichtig für die Anlieger. Schließlich ist die Straße In den Kohlhöfen eine Anliegerstraße, so dass laut Satzung 75 Prozent der beitragsfähigen Kosten auf die Grundstückseigentümer umgelegt werden. An einer Stelle signalisierte Jens Gröger dennoch Unnachgiebigkeit: „Was Sie von mir nicht bekommen werden, ist graues Pflaster.“ Beim Ausbau des Kiefernkamps hätte sich ohnehin gezeigt, dass farbiges Pflaster kaum teurer ist.

Grünflächen, Straßenbreite, Bäume, Parkflächen – in der Bürgerwerkstatt wurde noch über viele Aspekte der künftigen Gestaltung diskutiert. Endgültige Entscheidungen fielen an diesem Abend aber nicht. Im Dezember oder Januar soll es eine weitere Informationsveranstaltung für die Bürger geben – dann auch mit Aussagen zu den Kosten, die auf sie zukommen und die die eine oder andere Entscheidung mitbestimmen könnten.

„Ich finde es gut, dass wir gleich in die Planung mit einbezogen werden – wenn unsere Entscheidungen dann nachher auch berücksichtigt werden“, sagte Kerstin Amreihn.

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