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Ludwigsluster Tageblatt

11. Dezember 2017 | 06:55 Uhr

Dömitz : Auch Mahdi hilft beim Einräumen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Kleiderkammer, Spiele-Nachmittag oder Sprachkurse - Ehrenamtliche in Dömitz vernetzen sich, um Flüchtlingen vor Ort zu helfen

svz.de von
erstellt am 03.Feb.2016 | 16:50 Uhr

Nach wochenlanger Vorbereitung hat nun auch Dömitz eine Anlaufstelle für Spenden an Flüchtlinge. Ehrenamtliche Helfer nutzen dafür eine von der Stadt bereit gestellte   Erdgeschosswohnung in der  Werderstraße. Mandy Botzler, ihre Mutter Christel und drei andere Dömitzer haben hier ausrangierte Bibliotheksregale aufgestellt, Kleiderspenden und Haushaltsgegenstände einsortiert. „Es dauerte gar nicht lange und wir hatten gleich am ersten Tag Hilfe“, erzählt Mandy Botzler. „Mahdi und  Aziz  brachten uns heißen Tee und räumten die Regale mit ein.“ Die beiden Brüder wohnen mit den Eltern, der Schwester und einem weiteren Bruder   in einem Zimmer über  der Kleiderkammer. „Sie haben uns hier unten gehört und wollten gleich helfen“, sagt  Mandy Botzler.  Seit fünf Monaten lebt die   afghanische Familie in Dömitz. Aziz hat in der Zeit sehr gut Deutsch gelernt. „Ich möchte etwas tun“, sagt er. „Viel lernen, Menschen treffen und arbeiten.“ Er wünscht sich einen PC. Keinen neuen. Sondern einfach ein Gerät, auf dem er  Word- oder Excelprogramme  lernen  und weiter seine Sprachlernsoftware abspielen kann. 

In Dömitz leben zurzeit 36 Flüchtlinge, 32 von ihnen kommen aus Syrien. Laut Bürgermeister Helmut Bode sind alle  in leer stehenden Wohnungen im Stadtgebiet untergebracht. Außerdem wohnen etwa zwanzig unbegleitete syrische Flüchtlinge im Kinder- und Jugendhaus der AWO.

Bisher haben die Dömitzer ihre Spenden  ins Rathaus gebracht. „Die Stadt hatte im Dezember dazu aufgerufen  und viele haben prompt reagiert“, sagt Marina Möller von der Stadtinformation. Bei ihr im Büro stapelte sich bis letzte Woche vieles,  was  die Flüchtlinge gebrauchen könnten:  Rasierapparate,  Fernseher,  Fahrräder, sogar eine Babyschaukel.  „Die Hilfsbereitschaft ist groß“, sagt Möller. „Vor allem bei der älteren Generation. Die, die sofort helfen, waren früher selber Flüchtlinge.“ 

Einige  Dömitzer haben sich über die ehrenamtliche Arbeit erst kennen gelernt und neue Ideen entwickelt. In der Katholischen Kirche  treffen sich  jetzt Einheimische mit  Syrern und Afghanen jede zweite Woche am Montag  zum Spielenachmittag. Bei den Nachbarn in der Werderstraße lernen die Flüchtlinge privat ein bisschen Deutsch. „Wer auf uns zukommt, dem helfen wir gern“, sagt Hans Erich Gunder. Er wohnt zwei Häuser neben den Flüchtlingen. Wenn Ali bei ihm klingelt und mit dem Hund spielen  will oder Hilfe bei den Mathehausaufgaben braucht, dann ist das für den Dömitzer ganz selbstverständlich. Seine Frau Heide hat auch beim Einrichten der Kleiderkammer geholfen. Immer dienstags zwischen 9 und 11 Uhr ist sie geöffnet. Für Flüchtlinge, Bedürftige und die, die spenden wollen.

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