Neu Kaliß : Asbest: Kita-Außenbereich bleibt gesperrt

<strong>Das mit Asbest belastete Gebäude</strong> im November 2011. Damals wurde bereits ein Abriss erwogen, um Platz für eine neue Kläranlage zu erhalten.<foto> Harald Schulz</foto>
Das mit Asbest belastete Gebäude im November 2011. Damals wurde bereits ein Abriss erwogen, um Platz für eine neue Kläranlage zu erhalten. Harald Schulz

Ein bis zum amtlichen Stopp abgerissenes Nebengebäude auf dem Gelände der Kindertagesstätte Neu Kaliß ist mit hochgradig gesundheitsgefährdenden Asbestbestandteilen belastet. Erst Eltern machten darauf aufmerksam.

svz.de von
22. Juni 2012, 06:14 Uhr

Neu Kaliß | Ein bis zum amtlichen Stopp abgerissenes Nebengebäude auf dem Gelände der Kindertagesstätte Neu Kaliß ist mit hochgradig gesundheitsgefährdenden Asbestbestandteilen belastet. Ohne vorherige Prüfung auf solche Stoffe, so der Vorwurf von Eltern, deren Kinder dort täglich betreut werden, wurde mit dem Abriss des in den 1960-er Jahren gebauten Flachbaues begonnen. Noch schwerwiegender: Der Abriss soll ohne Schutzmaßnahmen, weder für die Kita-Kinder noch für die Bauarbeiter einer regionalen Spezialfirma für Erd- und Tiefbauarbeiten, erfolgt sein.

Erst ein persönlicher Hinweis beim Fachdienst Gesundheit im Landratsamt am 16. Mai löste umgehende Reaktionen auf. Mittlerweile befasst sich das Landesamt für Gesundheit und Soziales in Schwerin mit dem möglichen Umweltdelikt. Der Außenbereich der Kita bleibt seit dem 16. Mai durch eine Auflage des Fachdienstes Gesundheit bis auf Widerruf für die Schützlinge und das Personal gesperrt. Mit im Ahndungsboot ist die Emissionsschutzbehörde in der Kreisverwaltung, die sich umgehend am 17. Mai mit dem Vergehen befasste.

Wo das Abrissmaterial derzeit lagert, was damit passieren muss und wie die Schuttreste auf dem Kita-Gelände zu behandeln sind, das wird nun nur noch amtlich geklärt.

Ein mittlerweile, jedoch erst im Verlauf der Abrissarbeiten erstelltes Gutachten, bestätigt eine Belastung durch Asbest. Eindeutige Spuren befinden sich unmittelbar an der Abrissruine und in den Fahrspuren der Transportfahrzeuge vom Kita-Gelände. Das alles blieb bis zu einer Information an die Eltern durch VS-Kreisgeschäftsführer Reinhard Schwiemann im Verborgenen. Ob sich der Vorwurf eines Umweltvergehens - und in welcher Dimension - ergeben wird, war von den Behörden nicht in Erfahrung zu bringen.

Im Gespräch mit VS-Geschäftsführer Schwiemann wurde gestern deutlich, dass er das Abrissvorhaben ausgeschrieben und den Zuschlag für die VS-Kreisverband erteilt hat. Zwingend für ihn war dabei, dass das Gebäude zu DDR-Zeiten als Jugendtreff genutzt wurde, dann langsam zerfiel. Letztendlich wohnte in dem nicht mehr mit Leben erfüllten Haus das Ungeziefer. Weg musste das Gebäude aber auch, weil nur dort eine Kläranlage für die Kita gebaut werden konnte, weil die alte auf dem Nachbargelände nicht mehr geduldet wurde. Schwiemann will nun eine schnelle, saubere und transparente Lösung anstreben.

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