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Ludwigsluster Tageblatt

11. Dezember 2017 | 18:15 Uhr

Ludwigslust : Arrangement vollkommener Musik

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Ludwigsluster Klassik: Hochkarätig besetzt, virtuos und künftig an einem Veranstaltungstag

von
erstellt am 01.Sep.2014 | 07:00 Uhr

Hochkarätig besetzt, ein mutig arrangiertes Programm über den Tag und musikalisch ein Genuss der Extraklasse. Dieses Ergebnis steht für die Lud-wigsluster Klassik, die Sonnabend in der Stadtkirche, im Schloss und Schlosspark zu einem Gala-Konzerttag gelangen. Die Stadt hat ihrer geschichtlichen Tradition folgend einen neuen musikalischen Glanzpunkt. Die tragende Säule dieses zukünftig nur noch an einen Tag stattfindenden Konzerts im Rahmen der Festspiele Meck-lenburg-Vorpommern war der Musikalische Leiter Johannes Moesus. Sein Mut, bekannte und unbekannte Klassik sinfonisch dem Publikum anzubieten, wurde in der Stadtkirche bei der Matinee und dem abendlichen Konzert vom ausverkauften Haus mit Bravo-Rufen und feurig wie lang anhaltendem Applaus belohnt. Nachmittags „versüßte“ das Demmler-Quartett aus Schwerin einen Schlossbesuch mit Parkführung musikalisch für die Konzertgäste aus dem norddeutschen Raum von Rostock, Hamburg bis Hannover.

Vorweg geschickt: Wenn auch die Stadtkirche viele davon überraschte Konzertbesucher im Innern mit einem ausladenden Baugerüst überraschte, so tat das Stangen-wirrwarr der Klangfülle keinen Abbruch. Das Konzert am Abend wurde sogar vom NDR aufgezeichnet.

Das Konzert: Was da ab 18 Uhr musikalisch zündete, war eine konzertante Urgewalt der Stimmen vom Ensemble des NDR-Chores, der mit dem Trauerlied von Carl Philipp Emanuel Bach „Leite mich nach deinem Willen“ das Gotteshaus und Publikum erfüllte. Ebenso musikalisch spektakulär wie brillant drang im Anschluss das Oboenspiel von Liane Birgit Jahn durch den Raum, die melodisch geführt von den Streichern der Hofkapelle, die Sinfonia in g-moll zur Barocken Passion von Georg Philipp Telemann als ausru-hendes Moment für das Publikum anbot. In den folgenden Stücken erlebte das Publikum dank des Arrangement von Johannes Moesus nochmals die Klasse von Hofkapelle, Solisten und des Chores als Zusammenwirken der musikalischen Kräfte.


Sinfonia verschaffte Zugang zum Publikum


Die Matinee: Als sogenannte Erste Wiederaufführung erfüllte das Mecklenburgische Barockorchester „Herzogliche HofKapelle“ das Gotteshaus in einen instrumentalen Wellengang. Die Sinfonia des Kapellmeisters Reinhard Keiser aus „Orpheus“ verschaffte als bekanntes Stück dem Orchester den musikalischen Zugang zum Publikum, das mit dem Englischen Tanz bereits aufreizend deutlich applaudierend das Arrangement annahm. Die folgenden Solisten gehören zur Elite der Festspiele MV. Publikumspreisträger im Jahre 2005 war Nikolay Borchev, der nun neun Jahre später für seine Arie aus dem ersten Teil der Passions-musik von Adolph Carl Kuntzen in der Stadtkirche minutenlangen Applaus erhielt. Spielerisch leicht harmonierte der Solist mit dem Orchester, das in Ausdruck und Lautstärke nie des Solisten ausdrucksvollen Bariton vereinnahmte. Das Andante-moderato (schreitend-gemäßigt) zum Schluss gelang so zum Vollklang von Stimme und Instrumenten.

Mit dem Allegro, Largo und Viace (schnell-munter, mittleres Tempo und lebhaft) des Konzert in Es-Dur für Trompete und Orchester von Johann Baptist Georg Neruda demonstrierte Trompeter Gábor Boldoczki, weshalb er im Jahre 2010 zum Preisträger in Residence von den Festspielen MV gewählt wurde. Seine Konzerte werden mittlerweile rund um den Globus gefeiert. In Ludwigslust bewies der gebürtige Ungar zum Abschluss der Matinee, wie feinfühlig er als virtuoser Solo-Trompeter zum Bariton von Borchev und den Klangfarben der Hofkapelle die Händel-Komposition „The trumpet shall sound“ aus dem Oratorium „Der Messias“ zum klanglichen Genuss vervollkommnete.

Den luftigsten Konzertplatz als Solist hatte Sebastian Küchler-Blessing, Publikumspreisträger 2010 der Festspiele MV. Der Schweizer ist derzeit der jüngste Domorganist Deutschlands. Ob an seiner Heimatorgel im Hohen Dom zu Essen oder der Friedrich Friese III.-Orgel an der Spitze des über 350 Quadratmeter großen Ver-kündigungbildnisses hinter dem Altar, der begnadete Organist beherrscht das Spiel mit einem der anspruchsvollsten Instrumente der Musikgeschichte. Die Qualität stellte er mit dem Konzert in G-Dur für Orgel und Orchester von Johann Wilhelm Hertel imposant „seinem“ begeisterten Publikum vor.

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