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Tiertransport auf A24 : Arme Hunde: Eingepfercht im Auto

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Polizei deckt fragwürdigen Tiertransport auf A24 auf: Vier von 14 Welpen werden in Tierpension aufgepäppelt. Landkreis ermittelt

von
erstellt am 06.Mai.2016 | 20:17 Uhr

Dieser Anblick schockt nicht nur Tierfreunde: 14 französische Bulldoggenwelpen, eingepfercht in zwei enge Meerschweinkäfige. Autobahnpolizisten aus Stolpe entdeckten die hilflosen Tiere auf der A 24 in einem Pkw aus Dänemark. Der Verdacht: Der polnische Fahrer handelt womöglich mit den derzeit angesagten Bulldoggen, behandelt und transportiert sie nicht artgerecht. Vier der Tiere sind jetzt in einer Tierpension in guten Händen.

Die Polizeistreife machte den Fund auf dem Parkplatz Schremheide in Fahrtrichtung Hamburg, als die Beamten einen Ford mit dänischen Kennzeichen kontrollierten. Dabei entdeckten sie im Kofferraum die zwei Käfige mit jeweils sieben Hundewelpen. Eng aneinander gepfercht, hatten sie kaum Luft zum Atmen.

Bei der weiteren Überprüfung konnte weder der aus Polen stammende Fahrer noch sein dänischer Beifahrer einen Eigentumsnachweis für diese französischen Bulldoggen erbringen. Auch zum Verkäufer blieben sie anfangs jegliche Erklärung schuldig. Angeblich sollen die Tiere in Berlin gekauft worden sein, polnisches Hundefutter lag im Kofferraum. All das kam den Beamten sehr komisch vor und so wurden die Tiere zur Überprüfung erst einmal in die Tierpension „Kleine Oase“ nach Holthusen gebracht. „Es bestand der Verdacht der illegalen Ein- bzw. Ausfuhr von Tieren, denn diese kleinen Hunde sollten nach Angaben des Fahrers nach Dänemark geliefert werden“, so Andreas Wollgast von der Stolper Außenstelle des Parchimer Kriminalkommissariats. Auch Sabine Tippelt, Veterinärin bei der Kreisverwaltung, wurde hinzugezogen. Dabei wurde eine Altersfeststellung an Hand einiger Kriterien vorgenommen und klargestellt, dass einige Tiere zu früh von dem Muttertier abgenommen wurden. „Außerdem waren einige stark geschwächt und erkältet“, so die Einschätzung der Tierexperten. Die weitere polizeiliche Überprüfung der Personen ergab derweil, dass der Fahrer den dänischen Behörden bereits wegen illegaler Einfuhr von Tieren bekannt ist und bereits mit einer Geldstrafe belegt wurde. Da aber die Tiere diesmal nicht an der Grenze entdeckt und angeblich in Berlin gekauft wurden, liegt (noch) kein Verstoß wegen grenzüberschreitenden Tierhandels vor. Dennoch gibt es auch für den Erwerb innerhalb Deutschlands Gesetze. In der Tierschutz-Hundeverordnung heißt es, „ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden“.

Wer dies vorsätzlich oder auch fahrlässig nicht beachtet, handelt sich möglicherweise eine Ordnungswidrigkeit ein. Wenn das Tier den Vorschriften entspricht, dann ist noch zu beachten, dass die Welpen geimpft sind, was in diesem Fall nicht zutraf. „Dabei handelt es sich um eine Art Grundimpfung, sie schützt das Tier vor Parvovirose, Zwingerhusten, Staupe, Hepatitis und Leptospirose“, sagt Tierpflegerin Francesca Jeschke von der Holthusener Tieroase. Einen Tag nach der Kontrolle konnte der Käufer einen Kaufvertrag aus Berlin vorlegen. So mussten ihm die zehn kräftigsten Tiere wieder ausgehändigt werden. Vier Welpen, drei Rüden und eine Hündin, verblieben aber im Tierheim und werden nun liebevoll aufgepäppelt. „Sie haben in den vergangenen Tagen schon ordentlich zugelegt“, sagt die Tierpflegerin nicht ohne Stolz. Sie verweist klar und deutlich darauf, dass „Tiere nicht von unbekannten Personen, sondern nur von anerkannten Züchtern oder Tierheimen und mit Papieren erworben werden sollten“.

Wie auf Anfrage der Pressesprecher der Kreisverwaltung Andreas Bonin bestätigt, hat die Veterinärbehörde den Fall auf dem Tisch und will auch die entsprechende Behörde in Berlin kontaktieren. Nachdem der Kaufvertrag vorgelegt wurde, hat nun offiziell ein Verkauf innerhalb Deutschlands stattgefunden. Damit könnte möglicherweise ein Verstoß gegen die Hundeverordnung vorliegen. Nach dem Tierschutzgesetz benötigt derjenige, der mit Tieren handelt, eine Erlaubnis, ob diese bei dem Berliner Verkäufer vorliegt, muss geprüft werden.

Nach Angaben von Tierschützern hat es in diesem Jahr bereits drei ähnliche Fälle gegeben. Die A 24 scheint sich nach ihren Vermutungen zur Transitroute für Tierschmuggler zu entwickeln.
 

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