Wöbbelin : Arbeit an Geschichte und mehr

Einweihung des Figurenensembles „Gesichter des KZ Wöbbelin“ vor einem Jahr mit Teilnehmern des Internationalen Workcamps. 250 Menschen hatten mehrere Jahre daran gearbeitet.
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Einweihung des Figurenensembles „Gesichter des KZ Wöbbelin“ vor einem Jahr mit Teilnehmern des Internationalen Workcamps. 250 Menschen hatten mehrere Jahre daran gearbeitet.

Neues Internationales Workcamp in den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin startet in dieser Woche

svz.de von
17. August 2016, 21:00 Uhr

In dieser Woche startet ein Internationales Workcamp des SCI (Service Civil International), deutscher Zweig, mit dem Förderverein der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin. Es wird durch den Landkreis, die Rosa-Luxemburg-Stiftung und die Landeszentrale für politische Bildung unterstützt. Das Workcamp findet vom 20. August bis 4. September statt. SVZ-Redakteur Uwe Köhnke sprach darüber mit Ramona Ramsenthaler, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin.

Welchen Inhalt haben die Internationalen Workcamps, die seit Jahren in Wöbbelin stattfinden? Ramona Ramsenthaler: Jugendliche aus vielen Ländern der Welt befassen sich mit der Geschichte des Konzentrationslagers Wöbbelin und pflegen die Gedenkstätten. Wer extra in das kleine Dorf Wöbbelin kommt, hat sich vorher informiert und sich bewusst für das Camp entschieden. Die jungen Leute möchten zum einen mehr über das letzte Außenlager des KZ Neuengamme erfahren und zum anderen sind sie auch an den künstlerischen Workshops interessiert, die innerhalb des Camps stattfinden. Seit vielen Jahren organisiert der Förderverein der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin explizit Kunstworkshops mit Künstlern aus der Region.

Was für ein Kunstworkshop wird in diesem Jahr angeboten?

In diesem Jahr ist es die Künstlerin Daniela Melzig, die mit den Teilnehmern im Workshop „Transparente Welten“ eine Grafik-Multimedia Ausstellung erarbeiten wird. Zuerst werden die neu gestalteten Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust-Parchim fotografiert. Mit Hilfe von analogen und digitalen grafischen Techniken werden die ausgewählten Ansichten bearbeitet und mit historischen Fotos in Beziehung gesetzt. Die entstandenen Collagen werden für die Präsentation auf Glas oder Acrylglas gedruckt und am Freitag, dem 2. September, in den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin präsentiert.

Was beinhaltet das Workcamp in diesem Jahr noch?

Eine Gruppe wird mit dem Bauingenieur Hubert Dierkes die drei zerstörten Klinkerfiguren im Bereich des ehemaligen Lagergeländes des KZ Wöbbelin wieder aufbauen. Die Figuren säumen den Rundgang und sind 2009, 2011 und 2015 durch Vandalismus zerstört worden. Sie waren bereits 2004 im Rahmen des damaligen Workcamps gemauert worden. Daneben stehen Pflegearbeiten auf dem Museumsgelände und am ehemaligen Lagergelände des KZ Wöbbelin, Exkursionen zur KZ-Gedenkstätte Neuengamme, in den Landtag von MV und zur Jüdischen Gemeinde nach Schwerin auf dem Programm.

Geht es vor allem um die Aufarbeitung von Geschichte oder sehen Sie aktuelle Bezüge?

Wenn sich 2016 junge Leute aus vielen Ländern in Wöbbelin treffen, geht es nicht nur um die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit in Deutschland, sondern auch um die Situation in der Welt, um aktuelle Fragen der Gegenwart. Das Workcamp zeigt, dass ein friedliches Miteinander aller Nationen und Religionen möglich ist. Deshalb laden wir alle Interessierten zur Abschlusspräsentation am Freitag, dem 2. September, um 15 Uhr in die Mahn- und Gedenkstätten nach Wöbbelin ein.

Vielen Dank für das Gespräch.

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