Ludwigslust : Anwalt mit kreativer Ader

Den Fotoapparat hat Mathias Westburg immer dabei. Da dieser nicht so schwer ist, ist das auch kein Problem.
Den Fotoapparat hat Mathias Westburg immer dabei. Da dieser nicht so schwer ist, ist das auch kein Problem.

Mathias Westburg hat sich in Ludwigslust niedergelassen und liebt es, hier zu fotografieren

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24. Januar 2019, 05:00 Uhr

Es war ein Zufall, dass Mathias Westburg in Ludwigslust gelandet ist. Zumindest auf den ersten Blick. „Als ich mir beruflich etwas Eigenes aufbauen wollte, hatte ich bei der Anwaltskammer angefragt, wo man eine bestehende Kanzlei fortführen kann“, erzählt der 37-Jährige. „Allerdings wäre ich nicht in jede Stadt gegangen. Ludwigslust kannte ich aber schon als Tourist. Die barocke Stadtanlage hat mir sehr gefallen.“ Sie war und ist auch ein lohnenswertes Objekt für eines von Westburgs kreativen Hobbys, die Fotografie.

Seit 2012 ist Mathias Westburg in Ludwigslust tätig. „Ich bezeichne mich immer als Anwalt der gebrochenen Herzen“, sagt der 37-Jährige, der aus Rostock stammt und dort auch Jura studiert hatte. „Meine Arbeit dreht sich vor allem um kaputte persönliche Verhältnisse. Scheidung. Streit ums Kind. Erbschaften.“ Ein weiterer Schwerpunkt ist das Arbeitsrecht. Er gibt zu, dass er während des Studiums fast das Handtuch geworfen hätte, weil es ziemlich trocken war. Die Rettung war ein Praktikum bei einem Anwalt in Rostock. „Dort erlebte ich in der Praxis, dass all das, was ich im Studium lernte, das Werkzeug ist, um Menschen zu helfen.“ Anderen Menschen beistehen zu können, ist auch seine berufliche Motivation. „Allerdings befindet man sich da immer im Spannungsfeld mit der Tatsache, dass man von seiner Arbeit auch leben muss.“

Als Ausgleich zu seiner Arbeit, die sich in der Regel in Räumen abspielt, ist Mathias Westburg gern draußen unterwegs. Seinen Fotoapparat hat er immer dabei. „Ich mache meist Gebäude- und Landschaftsaufnahmen, aber auch mal Porträts“, erzählt der Mecklenburger, der kurz nach der Wende bei einer Reise in die Alpen durch seinen Opa zur Fotografie gekommen war. Besonders fasziniert ist er vom Ludwigsluster Schlosspark, dessen sich stetig ändernden Sichtachsen und Blickwinkeln. „Kommt das Licht mal aus einer anderen Richtung, bekommt ein zunächst langweiliges Motiv plötzlich Charakter.“

Seine Fotos hat Mathias Westburg in Ludwigslust auch schon präsentiert – derzeit in einem aktuellen Kalender mit Ansichten aus dem gesamten Landkreis, im Dezember bei der Schlossweihnacht. Dort hatte er mit anderen Mitstreitern der Kultur-Couch, einer Ludwigsluster Initiative für Menschen, die sich für Kultur in der Region engagieren, Stadtansichten an die Fassaden von Brunnenhaus und Schloss geworfen.

Mathias Westburg hat ein weiteres kreatives Hobby. Er schreibt. Vor ein paar Jahren eher Gedichte, inzwischen mehr Prosa. 2012 brachte er einen Gedichtband heraus, 2015 war er mit zwei Texten in der Jahresanthologie vom Linzgau Literatur Verein (lilive) vertreten, bei dem er sich als Vorstandsmitglied engagiert. In Sachen Recht.

In Ludwigslust hat Mathias Westburg schnell Lieblingsplatz und -motiv gefunden. Den alten Baum vorm Schweizerhaus. „Ich mag Caspar David Friedrich. Und der Baum sieht aus, als wäre er aus einem seiner Gemälde gefallen und in Ludwigslust gelandet“, so Westburg.

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