Anlaufstelle für Migranten in Lulu

„Forum Ziviler Friedensdienst“ will helfen / Stadt unterstützt Vorhaben durch Räume und Büroeinrichtung

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16. Dezember 2014, 07:00 Uhr

Der Verein „Forum Ziviler Friedensdienst“ will in Ludwigslust eine Beratungs- und Koordinierungsstelle für die Integration von Migranten einrichten. Auf Beschluss der Stadtvertretung Ludwigslust unterstützt die Stadt das Vorhaben durch Räume und Büroeinrichtung.

Das Forum Ziviler Friedensdienst ist ein Zusammenschluss von drei Dutzend Organisationen und weit über 100 Einzelpersonen, die sich für den zivilen Friedensdienst engagieren. Ihren Sitz hat die Organisation in Köln und wurde 1996 gegründet.

Für sein Vorhaben in Ludwigslust hat der Verein einen Förderantrag beim Bundesamt für Migration gestellt und Fördermittel beim Land MV beantragt. Seit der vermehrten Zuwanderung durch Asylbewerber und Flüchtlinge sind Kitas, Schulen, Vereine, Behörden und kirchliche Träger in Ludwigslust bemüht, Betreuung, Bildung, Beratung und Begleitung anzubieten. Außerdem gibt es gesetzliche Angebote, die z. B. in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber und von der Arbeiterwohlfahrt geleistet werden. Berufliche Integration, Migrations- und Sozialberatung für Jugendliche und Erwachsene sind weitere Schwerpunkte.

Als die Stadtverwaltung im April und Mai Treffen mit Praktikern vor Ort einberief, stellten diese fest, dass die Sprache das größte Problem darstellt.

Viele Hilfsangebote richten sich nur an ganz bestimmte Zielgruppen unter den Migranten, was häufig vom Status des Aufenthaltes in Deutschland abhängig ist. Aufgrund dieser unübersichtlichen Lage ist es für Unterstützer von Migranten nicht ganz einfach zu erkennen, wer der richtige Ansprechpartner ist.

Deshalb die geplante Koordinierungsstelle. Über deren Notwendigkeit herrscht in der Stadtvertretung auch weitgehend Einigkeit, das Wie löste hingegen eine Debatte aus. Heiko Böhringer von der AfL brachte die Berufsbildungsstätte Start ins Spiel, die bereits Erfahrung mit der Integration von Migranten hat. Diese Aufgabe könne auch vor Ort gelöst werden, war seine Begründung. Allerdings musste im Laufe der Diskussion Bürgermeister Reinhard Mach einräumen, dass das Forum Ziviler Friedensdienst den Förderantrag bereits eingereicht hat. Ob er bewilligt wird ist unklar, weshalb Stadtvertretungspräsident Helmut Schapper sich zunächst mit den Fraktionsvorsitzenden beriet. „Ich habe die Sorge, dass wir eine dauerhafte Haushaltsbelastung beschließen“, so seine Begründung. So erhielt der Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung den Zusatz, dass der Beschluss nur wirksam wird, wenn auch tatsächlich Fördermittel fließen.

Im September lebten über 800 Ausländer in Ludwigslust. Die Hälfte stammt aus Europa, darunter 200 aus der EU, 109 aus Afrika und 311 aus Asien.

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