Ehemaliger Verwaltungschef von Neustadt-Glewe unter Druck : Anklage gegen Ex-Bürgermeister

Uwe Menz als Bürgermeister im September 2008.
Uwe Menz als Bürgermeister im September 2008.

Die Staatsanwaltschaft hat gegen den ehemaligen Bürgermeister von Neustadt-Glewe, Uwe Menz, Anklage wegen Untreue erhoben. Damit wird nun das Landgericht Schwerin entscheiden, ob es zum Prozess gegen ihn kommt.

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21. September 2012, 07:09 Uhr

neustadt-glewe/schwerin | Die Schweriner Staatsanwaltschaft hat gegen den ehemaligen Bürgermeister von Neustadt-Glewe, Uwe Menz, Anklage wegen Untreue erhoben. Damit wird nun das Landgericht Schwerin entscheiden, ob es zum Prozess gegen den ehemaligen Verwaltungschef der Lewitzstadt kommt.

"Ihm wird vorgeworfen, im Zeitraum vom 24. November 2005 bis zum 6. Oktober 2009 seine Pflichten dadurch verletzt zu haben, dass er in neun Fällen Privatreisen als Dienstreisen bzw. dienstlich nicht veranlasste Reisen (u.a. nach China) durchgeführt und mit einem Gesamtvolumen von ca. 13 000 Euro abgerechnet haben soll", teilt dazu der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, Stefan Urbanek, mit. "Ferner soll der Angeschuldigte einen Pkw für die Stadt Neustadt-Glewe für insgesamt ca. 5700 Euro angemietet haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er damit gegen die allgemeinen Haushaltsgrundsätze der Kommunalverfassung verstoßen hat, wonach die Grundsätze der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit zu beachten sind", so der Oberstaatsanwalt weiter.

Das Thema ist in der Lewitzstadt noch immer präsent. Nicht vergessen sind die monatelangen quälenden Diskussionen um die Amtsführung des damaligen Verwaltungschefs. Die Stadtvertretung schickte Menz schließlich im August 2010 in den Ruhestand, aus gesundheitlichen Gründen. In der Tat sagt ein guter Bekannter Uwe Menz’, dass dieser heute ein gebrochener Mann und sehr krank sei.

Die Staatsanwaltschaft hatte seit November 2009 gegen ihn ermittelt.

In Neustadt-Glewe ist die Nachricht von der Anklageerhebung verhalten aufgenommen worden. "Die Stadtvertretung hat damals eine Überprüfung eingeleitet und damit gewährleistet, dass die Stadtverwaltung handlungsfähig bleibt. Wir haben keine Anzeige erstattet. Wenn die rechtsstaatlichen Ermittlungen aber zu einer Strafwürdigkeit von Handlungen führen, haben wir das zu akzeptieren", so Stadtpräsident Dr. Peter Schletter.

"Für mich gilt die Unschuldsvermutung, bis ein Gericht ein Urteil gesprochen hat. Wenn sich die Vorwürfe bestätigen sollten, wäre ich menschlich zutiefst enttäuscht. Jeder Bürgermeister weiß schließlich, dass mit kommunalen Mitteln sorgsam und sparsam umgegangen werden muss. Aber es wird auf der anderen Seite allzuschnell vergessen, was Uwe Menz auch für Neustadt-Glewe geleistet hat. Ich denke nur an die Gewerbeansiedlungen. Ich bin überzeugt, dass er mit seinem Tun das Beste für Neustadt-Glewe gewollt hat", so der Brenzer Bürgermeister Henry Topp.

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