Ludwigslust : „Anbau muss ins Stadtbild passen“

Als Übergangslösung sollen auf dem Gelände der Schule An der Bleiche Containermodule aufgestellt werden.
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Als Übergangslösung sollen auf dem Gelände der Schule An der Bleiche Containermodule aufgestellt werden.

Zahl der Schüler steigt: Landkreis stellt Pläne für Erweiterung der Schule An der Bleiche in Ludwigsluster Ausschüssen vor

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10. Juni 2018, 05:00 Uhr

Die Klassen sind etwas voller als geplant. Es gibt keinen Musikraum mehr und auch kein Lehrerzimmer. Die Förderschule An der Bleiche platzt aus allen Nähten. Der Grund: Die Schülerzahl ist in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen. Die Lösung des Problems, wie sie sich der Landkreis als Schulträger vorstellt, wurde jetzt im Ludwigsluster Bauausschuss und im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt. Für den geplanten Erweiterungsbau werden städtische Grundstücke benötigt.

Eigentlich ist die Schule mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“ für knapp über 80 Mädchen und Jungen ausgelegt. Derzeit sind es nach Aussage von Schulleiter Andreas Kluß 97, für das kommende Schuljahr rechnet man mit 104 Schülern. Dabei hatte es schon eine Entlastung gegeben, weil die Wohngruppe für behinderte Kinder und Jugendliche „Haus Sonnenschein“ nach Dobbertin gezogen ist. „An anderen Standorten sinkt die Schülerzahl, bei uns gibt es einen kontinuierlichen Anstieg“, so Andreas Kluß. Eine Erklärung hat er dafür nicht.

Nach den Vorstellungen der Kreisverwaltung soll auf der Grünfläche zwischen Kanal und Schulgrundstück ein Anbau errichtet werden. „Eine Bauvoranfrage haben wir gestellt“, erklärte Guido Wiese, kommissarischer Stabsstellenleiter Bildung, Kultur und Sport beim Landkreis. „Es müssen Nachbarn angehört, Natur- und Umweltschutz beachtet werden.“ Am 21. Juni soll der Kreistag die Erweiterung der Schule An der Bleiche auf den Weg bringen und eine außerplanmäßige Ausgabe für die ersten Planungsschritte abnicken. Ziel ist es nach Aussage von Guido Wiese, dass noch in diesem Jahr eine Haushaltsunterlage mit Kostenberechnung vorliegt, um die benötigten finanziellen Mittel in den Haushaltsplan 2019 aufnehmen und einen Fördermittelantrag stellen zu können. Derzeit wird mit Kosten von rund 2,5 Millionen Euro gerechnet. „Bis Ende 2020 müsste der Bau fertig sein, weil die Förderperiode endet“, so der kommissarische Stabsstellenleiter.

Ausschussmitglied Melitta Roock (Die Linke) erinnerte an den 2012 realisierten Anbau. „Die Optik hatte zu einer Reihe von Diskussionen geführt und steht auch heute noch immer wieder in der Kritik“, sagte die Stadtvertreterin. Damals hatte man aus Kostengründen auf eine Verklinkerung verzichtet und die Fassade verputzt. „Achten Sie bitte darauf, dass der neue Anbau ins Stadtbild passt.“ Jörg Hintze (Alternative für Ludwigslust) zeigte sich begeistert vom Tempo, das der Kreis bei diesem Projekt vorlegt. „Vielleicht können Sie dem Bürgermeister einen Tipp geben“, meinte er mit Blick auf das Schulprojekt Techentin.

Da bis zur Fertigstellung des Erweiterungsbaus noch mehr als zweieinhalb Jahre vergehen werden, die Schüler aber bereits da sind, soll es zunächst eine Übergangslösung mit Containermodulen geben. Sie bieten Platz für zwei Unterrichtsräume mit Sanitäranlagen und sollen dort aufgestellt werden, wo sich jetzt die Sandkiste und der Lehrerparkplatz befinden. „Zum neuen Schuljahr werden sie wohl noch nicht fertig sein, eher im Herbst“, so Wiese. Er will zudem darum kämpfen, dass die Schule schon im August Lehrer für 13 Klassen bekommt, auch wenn zu diesem Zeitpunkt nur für zwölf Platz ist.

Der Vorschlag, im jetzigen Schulgarten neue Räumlichkeiten entstehen zu lassen, ist vom Tisch. „Darüber sind wir froh“, so Andreas Kluß. „Die jetzt angedachte Lösung ist auch für uns die beste.“

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