KZ Wöbbelin : An den Ort des Grauens zurückgekehrt

Hat das KZ Wöbbelin überlebt und erzählt von seinem Weg nach Israel: Josef Neuhaus. Foto: Uwe Köhnke
Hat das KZ Wöbbelin überlebt und erzählt von seinem Weg nach Israel: Josef Neuhaus. Foto: Uwe Köhnke

Sie waren Todgeweihte und haben dennoch überlebt. "Wöbbelin war das schlechteste Lager von allen, in denen ich war", sagt Josef Neuhaus aus Israel. Er schildert seine Geschichte. Schilderungen, die sehr unter die Haut gehen:

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02. Mai 2012, 12:12 Uhr

wöbbelin | Sie waren Todgeweihte und haben dennoch überlebt. "Wöbbelin war das schlechteste Lager von allen, in denen ich war", sagt Josef Neuhaus aus Israel in gebrochenem Deutsch, sich entschuldigend, dass er diese Sprache lange nicht mehr gesprochen habe. Dennoch versteht jeder im Saal seine Lebensgeschichte - Schilderungen, die unter die Haut gehen. 67 Jahre nach der Befreiung.

Der Verein Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust e. V. eröffnete am Dienstag anlässlich der Gedenkveranstaltungen zur Befreiung des KZ Wöbbelin im Mai 1945 die Sonderausstellung "Wege nach Israel". Die sechs Überlebenden, die im Mittelpunkt stehen, (Zwi Bergmann, David Dimant, Moshe Litmanowicz, Michael Wygodny, Josef Neuhaus und Izhak Kaufmann) sind alle im Mai 1945 in Wöbbelin befreit worden. Die letzteren beiden waren in Begleitung ihrer Kinder zur Ausstellungseröffnung nach Wöbbelin gekommen. Nach langen anstrengenden Wegen war es den sechs Überlebenden des KZ Wöbbelin gelungen, in die ersehnte neue Heimat Israel einzuwandern.

Das Zentrum der Ausstellung bilden sechs großformatige Erinnerungsbücher, gefüllt mit lebensgeschichtlichen Erzählungen. Jeder Zeitzeuge erhielt sein eigenes Album, in dem private Fotografien, Dokumente, Zitate aus den Interviews und Erzählungen zusammengestellt wurden. Wichtig ist, dass die Ausstellung das Leben nach dem Holocaust thematisiert und den Weg nach der Befreiung aufzeigt.

Neben den Erinnerungsalben verdeutlichen sechs Informationstafeln auf übergeordneter Ebene historische, politische und sozio-kulturelle Zusammenhänge und vermitteln den Bezug zu den von den Zeitzeugen geschilderten Ereignissen.

Die Ausstellung wurde von der KZ-Gedenkstätte Braunschweig-Schillstraße in Zusammenarbeit mit dem Verein Andere Geschichte e. V. Braunschweig erarbeitet und ist bereits in den KZ-Gedenkstätten Braunschweig-Schillstraße und Salzgitter-Drütte gezeigt worden.

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