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Ludwigsluster Tageblatt

20. August 2017 | 23:16 Uhr

Ludwigslust : Amtszüge gegen Personalschwund

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Wehrführung Ludwigslust-Land zog Bilanz des Jahres / Mit weiterer Spezialisierung Stärkung der Einsatzbereitschaft auch an Werktagen

Wenn es wie in der Nacht zum gestrigen Montag in Groß Laasch außerhalb eines Arbeitstages brennt, ist das für die freiwilligen Feuerwehren fast wie ein Glücksfall – so makaber das in diesem Zusammenhang klingt. Dann sind die Kameraden zu Hause und können schnell zum Einsatz ausrücken. Passiert etwas am Tage, sieht das schon anders aus. Ein generelles Manko – auch im Amt Ludwigslust-Land.

„Die Personalentwicklung ist das größte Problem in den Feuerwehren“, hatte Amtswehrführer Horst Stelzner bereits auf der Jahreshauptversammlung der Amtswehrführung im Dezember festgestellt. So gestalte sich die Einsatzbereitschaft werktags in der Tageszeit immer problematischer. „In dieser Zeit können die Einsätze nur durch das Zusammenwirken benachbarter Wehren abgesichert werden“, so seine Einschätzung. Die Feuerwehren im Amt wollen gegensteuern: So sollen drei Amtszüge gebildet werden, die bei besonderen Schadenslagen zum Einsatz kommen. Sie rekrutieren sich jeweils aus den Kameraden mehrerer Wehren. Sie müssten für diese Aufgabe ausgebildet und materiell ausgerüstet werden, so der Amtswehrführer. Eine Spezialisierung also. Es dürfe nicht passieren, dass sich Feuerwehren mangels Mitgliedern in der Fläche auflösten. Stelzner sieht, dass das Land seine Wertschätzung für die ehrenamtliche Arbeit der Blauröcke unterstreicht, beispielsweise mit dem neuen Gesetz, das die Gewährung von Ehrungen und Auszeichnungen regelt.

Dass die Kameraden der Feuerwehren des Amtes Ludwigslust-Land gebraucht werden, haben sie im letzten Jahr unter Beweis gestellt. Zu 16 Bränden und 18 Hilfeleistungen sind sie ausgerückt. Spektakulär war der Einsatz von ca. 100 Kameraden während zehn Tagen beim Hochwassereinsatz an der Elbe. Auch der Großbrand der Gaststätte Ortkrug, bei dem das Gebäude bis auf die Grundmauern niederbrannte, zählt zu den Großeinsätzen der Kameraden, die verhinderten, dass das Feuer auf andere Häuser übergriff. 753 Mitglieder haben die Feuerwehren des Amtes, davon 522 im aktiven Dienst. 90 Frauen sind Feuerwehrangehörige, 189 Ehrenmitglieder gibt es in den Reihen der 18 freiwilligen Wehren. Zur technischen Ausstattung hat es gerade wieder Verstärkung gegeben. Neue Löschfahrzeuge erhielten noch im alten Jahr die Feuerwehren in Göhlen und Dreenkrögen, für die Feuerwehr Lüblow gab es eine neue Tragkraftspritze.

Festigung der Einsatzbereitschaft ist das A und O. Dafür gab es im letzten Jahr den Amtsausscheid, Jugendzeltlager, Amtsausbildungstag, Amtseinsatzübung sowie die jährliche Herbstinspektion in jeder Feuerwehr. Auch die Umrüstung auf Digitalfunk und digitale Alarmierung zählt dazu. Und es gab eine Kraftfahrerschulung, verbunden mit einer Veteranenausfahrt.

Auch der Jugendarbeit wurde in vielen Gemeinden große Aufmerksamkeit gewidmet. 147 Jugendliche werden im Amt durch Angehörige der Feuerwehren betreut. „Erfreulich ist, dass durch die gute Nachwuchsarbeit neun Jugendliche in die aktive Feuerwehr übernommen werden konnten. Für unsere Kleinsten wurden sechs Floriangruppen gegründet“, resümiert der Amtswehrführer abschließend.

Mit den sogenannten Amtszügen hat die Amtswehrführung Hagenow-Land in den vergangenen Jahren schon gute Erfahrungen gesammelt. „Bei uns werden mehrere Wehren mit Grundausstattung zusammen mit einer Stützpunktwehr oder einer Schwerpunktwehr, je nach Lage, alarmiert. Eine Stützpunktwehr wäre beispielsweise Picher, eine Schwerpunktfeuerwehr wäre Hagenow. Mit diesem Alarmierungsverbund haben wir in den vergangenen sechs Jahren gute Erfahrungen gesammelt“, sagt der Amtswehrführer Hagenow-Land, Heinz Egon Möller.

Über positive Erfahrungen bei den Amtszügen berichtet gestern auf SVZ-Nachfrage auch Uwe Pulss als stellvertretender Amtswehrführer von Zarrentin. „Es gibt auch bei uns einen Amtszug seit dem Elbehochwasser von 2013. Ihm gehören etwa 40 Kameraden an. Von Gallin, Vellahn und Zarrentin werden je ein Einsatzfahrzeug gestellt, plus ein Führungsfahrzeug aus Banzin. Bei der Alarmierung wird dann kurzfristig ein Treffpunkt festgelegt. Das funktioniert ganz gut.“


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erstellt am 07.Jan.2014 | 07:00 Uhr

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