Ludwigslust : Amtsinhaber deutlich vorn

Gespannte Blicke: Amtsinhaber Reinhard Mach verfolgt mit Bürgern im Trauzimmer die Entwicklung der Stimmenverteilung.
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Gespannte Blicke: Amtsinhaber Reinhard Mach verfolgt mit Bürgern im Trauzimmer die Entwicklung der Stimmenverteilung.

Reinhard Mach tritt in der Stichwahl am 10. Juni gegen Heiko Böhringer an / Auch unterlegene Kandidaten sehen Wahlkampfzeit als Gewinn

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27. Mai 2018, 22:22 Uhr

Die Überraschung stand ihm ins Gesicht geschrieben. Die Stimme zitterte ein bisschen. „Damit hätte ich nie gerechnet, auch wenn ich zuletzt viel Zuspruch erfahren habe“, sagte Heiko Böhringer (Alternative für Ludwigslust) am Sonntagabend im Flur des Rathauses. Gerade hatte der Kommunalpolitiker erfahren, dass er mit Amtsinhaber Reinhard Mach in die Stichwahl um das Bürgermeisteramt am 10. Juni gehen wird.

Vorausgegangen war ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Daniel Günther (CDU). Nach den Ergebnissen aus den ersten Wahllokalen hatte der CDU-Mann vorn gelegen, am Ende hatte Böhringer 73 Wählerstimmen mehr. Die beiden Kontrahenten erreichten 1317 (24 Prozent) bzw. 1244 Stimmen (23 Prozent), während 1982 Wähler (37 Prozent) für Reinhard Mach stimmten.

Daniel Günther nahm die knappe Niederlage sportlich. „Das zeigt doch, dass wir einen guten Job gemacht haben“, sagte der 45-Jährige. „Ein dickes Lob an mein Team. Wir sind aus dem Stand sehr hoch gesprungen.“ Es sei eine spannende Zeit gewesen, in der er viele Einblicke bekommen hat.

Obwohl deutlich entfernt von der Stichwahl, ist auch Jana Klewe nicht unzufrieden. Im Gegenteil. „Ich freue mich wahnsinnig über die 712 Stimmen“, sagte die SPD-Kandidatin. „Das heißt ja, dass 712 Ludwigsluster mir zugetraut haben, Bürgermeisterin zu sein.“ Aus dem Stand sei das ein gutes Ergebnis. Die 34-Jährige versprach, dass die Ludwigsluster auch künftig von ihr hören werden – im positiven Sinne. Kommunalpolitisch habe sie einiges vor, so die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins.

Auch Einzelbewerber Camill von Loesch, der 147 Stimmen bekam, sieht seine Kandidatur als Gewinn. „Es war eine tolle Erfahrung. Ich habe tolle Gespräche geführt, viele Menschen kennengelernt“, sagte der 43-jährige Familienvater, der mit seinem Söhnchen zum Rathaus gekommen war.

Reinhard Mach lenkte seinen Blick schon auf die Stichwahl, die er erwartet hatte: „Es kommt jetzt darauf an, die Wähler zu überzeugen, nachdem nur noch zwei Kandidaten zur Wahl stehen“, so der 62-Jährige. Ob er diesmal 30 oder 37 Prozent der Stimmen gewonnen hat, sei da völlig egal. Enttäuscht ist er von der geringen Wahlbeteiligung auf Kreisebene. „Aber auch bei der Bürgermeisterwahl hätten es gern 60 Prozent sein dürfen“, so Mach. „Für die Demokratie ist es wichtig, dass viele Leute wählen gehen.“ Bei 53 Prozent lag die Quote jetzt.

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