Ludwigslust : Am Tage bleibt es schwierig

Jahreshauptversammlung im Feuerwehrgerätehaus Kummer
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Jahreshauptversammlung im Feuerwehrgerätehaus Kummer

Kameraden aus anderen Orten rücken in Ludwigslust mit aus, um Einsatzbereitschaft zu sichern / Kritik an Alarmierungsplan für Autobahn

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13. März 2018, 05:00 Uhr

In den fünf Ortswehren der Stadt Ludwigslust versehen 163 Frauen und Männer ihren ehrenamtlichen Dienst. Das klingt viel. Doch wochentags zwischen 6 und 16 Uhr ist die Einsatzbereitschaft dennoch nicht immer voll gegeben. „Da hat sich im Vergleich zum vergangenen Jahr nicht viel verändert“, sagte Gemeindewehrführer Bodo Thees bei der Jahreshauptversammlung der Gemeindefeuerwehr. „Es besteht die Gefahr, dass Einsatzfahrzeuge nicht besetzt werden können.“

Um – wie für eine Schwerpunktfeuerwehr wie Ludwigslust gefordert – beim Einsatz Zugstärke zu erreichen, rücken die Ludwigsluster und Techentiner gemeinsam aus. Doch selbst das würde oft nicht reichen, wenn es die Einpendler nicht gäbe. „Kameraden aus anderen Wehren, die im Stadtgebiet arbeiten, unterstützen die Feuerwehren Ludwigslust und Techentin.“ Insgesamt sind es derzeit 16 Männer, die diese Doppelbelastung auf sich nehmen. Aber es könnten noch mehr sein. „Wollen sie es? Dürfen sie es?“ fragte Bodo Thees. Und Stefan Geier, Vorstandsmitglied der Gemeindefeuerwehr, ergänzte gegenüber SVZ: „Es gibt Firmen, die tun sich schwer damit, und andere, für die es selbstverständlich ist.“ Die Stadt Ludwigslust ist da nach Aussage von Bodo Thees Vorbild für andere Städte. Sie berücksichtige die Mitgliedschaft in der Feuerwehr oder einer Hilfsorganisation bei Einstellungen. Die Gemeindefeuerwehren würden es begrüßen, wenn das auch bei Firmen mit städtischer Beteiligung und beim Landkreis und dessen Eigenbetrieben so wäre. Oft scheitere eine Anstellung aber auch an der zu schlechten Entlohnung im öffentlichen Dienst. „Hier sollte nach Lösungsmöglichkeiten gesucht werden“, so Thees.

Gelöst werden muss nach Ansicht der Gemeindefeuerwehr noch ein anderes Problem – und das betrifft die Alarmierungen zu Einsätzen auf den Autobahnabschnitten von A 14/A 24. „Wir sehen es sehr kritisch, dass kleinere Feuerwehren ohne entsprechende Ausrüstung und mit wenig Erfahrung wegen der örtlichen Zuständigkeit hier zum Einsatz gerufen werden“, sagte Stefan Geier. „Dann gibt es dort nicht selten Feuerwehrtreffen von bis zu 40 Kameraden mit sieben Fahrzeugen – und wir als Schwerpunktfeuerwehr kommen auch noch dazu.“ Darauf habe man schon mehrfach hingewiesen. Für die Alarm- und Ausrückeordnung sei der Landkreis verantwortlich. „Langsam müssen wir uns fragen, warum nichts unternommen wird.“

Umgekippter Viehtransporter mit Ferkeln im Autobahnkreuz, Anthrax-Alarm im Ludwigsluster Amtsgericht und Sturmtief „Xavier“ – hinter den Kameraden der fünf Ortswehren liegt ein Jahr mit einigen besonderen Einsätzen. „Und mit insgesamt 217 Einsätzen war es sehr einsatzreich“, so Bodo Thees. Allein für die Ludwigsluster stehen 32 Brandeinsätze, 108 Hilfeleistungen und 14 Einsätze nach dem Auslösen von Brandmeldeanlagen zu Buche. Hinzu kommen die Stunden für Übungen, Aus- und Fortbildung, Sitzungen… Und daher bedankten sich Detlef Müller im Namen der Stadtvertreter und Bürgermeister Reinhard Mach ausdrücklich bei den Kameraden für ihre Einsatzbereitschaft.

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