Dömitz/Vielank : Am Ende ist wieder keiner schuld

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07. Februar 2014, 07:00 Uhr

Unbürokratisch sollte das Verfahren sein, schnell sollte es gehen, den Betroffenen werde schnell geholfen. Das hatte die Politik auch während und nach dem Elbehochwasser versprochen. Passiert ist offenbar das Gegenteil. Und wieder ist es keiner gewesen. Das Land sagt, das ist ein Bundesprogramm, das Geld müsse kommen. Versuchen sie mit der Aussage mal eine Bank zu beruhigen, so nach dem Motto: Wir erwarten in nächster Zeit eine höhere Summe von staatlicher Stelle... Ha, ha.

Nun ist hier in Dömitz von einem Einzelfall die Rede. Und Gottseidank, stecken hinter dem Dömitzer Betrieb liquide Eigentümer, die so einen Ausfall überbrücken können. Notfalls auch über Monate. Es hätte sich keiner beschweren können, wenn in Folge der Ausfälle Stellen in Dömitz gestrichen worden wären. Doch was macht im Fall der Fälle eine kleine Firma, ein Handwerker. Soll der auf Monate seine Leistungen für das Hochwasser vorfinanzieren bis der Staat endlich einmal aus der Hüfte kommt. Bis da gezahlt wird, ist jeder pleite.

Egal, aus welchem Programm das Geld für die Hochwasserschäden, egal wer zuständig ist: Schnell und sicher muss es gehen. Mehr wollen die Betroffenen ja nicht. Man mag sich gar nicht ausdenken, wenn im Juni in Mecklenburg soviel wie in anderen Bundesländern passiert wäre und wir Dutzende oder Hunderte Betroffene hätten. Doch das nächste Jahrtausendhochwasser kommt bestimmt. Und dann brauchen wir nicht nur Notfallpläne für die Einsatzkräfte, für die Plätze zum Sandsackfüllen. Dann brauchen wir auch einen Not-Plan der Bürokratie, wie wirklich Betroffenen geholfen werden kann. Oder man sagt gleich, dass man nicht helfen will. Das wäre zwar als Signal nach außen nicht schön aber im Praxistest wohl ehrlicher. Soforthilfe im Fall der Fälle, notfalls bar auf die Hand am Deich, das wäre doch was. Kontrollieren kann man dann immer noch.

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