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Ludwigsluster Tageblatt

21. November 2017 | 09:22 Uhr

Ludwigslust : Am Bassin der NS-Opfer gedacht

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Gestern Tag des Gedenkens im Landratsamt Ludwigslust / Wachsamkeit und Zivilcourage gegenüber Extremismus gefordert

von
erstellt am 28.Jan.2015 | 07:00 Uhr

Die Gedenkstätte am Bassin zwischen Ludwigsluster Schloss und Stadtkirche ist ein besonderer Ort. Hier wurden auf Befehl der amerikanischen Befreier 1945 unmittelbar nach Kriegsende 200 Opfer des Konzentrationslagers Wöbbelin beigesetzt. Jedes Jahr am 27. Januar, wenn die friedliebende Welt anlässlich der Befreiung des KZ Auschwitz aller Opfer des Nationalsozialismus gedenkt, findet hier am Bassin ebenfalls eine Gedenkveranstaltung statt. Versammelt hatten sich gestern Vertreter des Landkreises und der Stadt Ludwigslust, Mitglieder von Parteien und Vereinen sowie weitere Bürger, darunter Kinder und Jugendliche.

Die Ursachen, die zum Holocaust führten, seien bis heute nicht überwunden, erinnerte der Ludwigsluster Bürgermeister Reinhard Mach. „Hasserfüllte Extremisten verbreiten fremden- und ausländerfeindliche Stimmungen. Extremisten schüren Ängste vor der Verfremdung unserer Gesellschaft und viele Mitläufer lassen sich einbeziehen in Demonstrationen von Pegida, MVGida und Ähnlichem“, so der Verwaltungschef. Eine Differenzierung der Ursachen der tatsächlichen Unzufriedenheit der Menschen fände nicht oder nur unzureichend statt, so dass im Kern der aktuellen Demonstrationen Fremdenhass und Rassismus wahrgenommen würden.

Der Tag hatte mit einer Gedenkveranstaltung in der Ludwigsluster Dienststelle der Kreisverwaltung begonnen. Der Vorsitzende des Vereins Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis, Landrat Rolf Christiansen, hielt eine Gedenkrede. Tenor der Veranstaltung: Nur durch eine aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte könnten Grundwerte wie Frieden, Freiheit und Demokratie vermittelt werden. Durch Wachsamkeit und Zivilcourage müsse allen gegenwärtigen extremistischen, intoleranten und rassistischen Bestrebungen aktiv entgegengewirkt werden. Schüler der Fritz-Reuter-Grundschule Ludwigslust musizierten und trugen Gedichte vor.

Ramona Ramsenthaler, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin, umriss inhaltlich die neue Ausstellung in ihrer Einrichtung (SVZ berichtete). Noch bis zum 5. Februar ist im Landratsamt Ludwigslust die Exposition „Es gibt Dinge, über die wächst kein Gras“ zum Thema Krieg zu sehen. Gestaltet haben sie Künstler vom Rothener Hof e.V.. So stellt Takwe Kaenders fünf Porträts von inhaftierten Frauen aus sowie aus Kernseife geschnitzte Symbole zur Klassifizierung der Häftlinge. Christian Lehsten zeigt Fotografien unter dem Titel „Der gefrorene Augenblick“. Die Fotos stammen aus dem Nachlass eines damaligen Soldaten. Er hatte die Negative aufbewahrt.

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